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Mittwoch, 22.10.2008
"Se business model, äh, from our Startup is, ähm, based on, öh..."

BloggingToms Woche im Cyberspace XLIX.
 
Junge Startups haben es nicht einfach, sich möglichen Geldgebern zu präsentieren. Sei es am Techcrunch-Meetup oder jetzt hier an der Web 2.0 Expo in Berlin: Überall stehen nur wenige Minuten zur Verfügung, um dem (hoffentlich) interessierten Publikum die Geschäftsidee zu präsentieren. Dass dabei viele der Jungunternehmer schon bei der Präsentation scheitern, ist fast schon tragisch. Zugegeben, sein Startup in Englisch vorzustellen, ist nicht jedermanns Sache. Aber wer sagt denn, dass es immer der schlecht englischsprechende CEO sein muss, der auf der Bühne einen schiefen Eindruck hinterlassen muss? Vielleicht wäre es angesagt, anstelle des CEOs einen Speaker auf die Bühne zu lassen, der des Englischen mächtig ist. Haufenweise "ääh", "ööhm" und "eehm" zu hören ist nämlich nicht nur ermüdend, sondern lässt einem im Nachhinein sogar rätseln, was der Vortragende nun eigentlich während seiner 5 Minuten erzählt hat. Vielleicht wär das ja auch ein Geschäftsmodell für ein neues Startup: Frühenglisch für angehende Web-Unternehmer.
 
Ist die sprachliche Hürde geschafft, gilt es auch noch, mit dem Geschäftsmodell zu punkten. Und auch hier, so scheint es mir, gibt es Nachholbedarf. Zum Beispiel bei 'Plista', dessen Modell ich mir heute Mittag extra noch mal erklären liess. Über die Idee an sich, ein "auf Collaborative Filtering (CF) basierendes Empfehlungsnetzwerk", kann man ja geteilter Meinung sein. Wenn man dann aber hören muss, dass für jede(!) Webseite, die da bewertet werden soll, von den Entwicklern eigens eine Konfigurationsdatei geschrieben werden muss, hört der Spass einfach auf. Wo soll das denn hinführen? Da hat man in den nächsten 50 Jahren ja noch nicht mal ein Zehntel aller Webseiten erfasst. Ob die potentiellen Kunden so lange warten wollen?
 
Zum Schluss ein paar Sicherheitshinweise: Nicht immer ist es angezeigt, unbekümmert Auto zu fahren. Erst recht nicht mit einem Plattfuss. Und seien Sie vorsichtig, wenn sie demnächst Sam Wan am Telefon haben. Ihre Katze könnte sich nämlich an ihrem Teller zu schaffen machen… (BloggingTom)

Kommentare:
Andreas Richter Wir von plista hatten heute den Lunch 2.0 veranstaltet und da hatten einige Mitarbeiter das erste Mal die Gelegenheit, unsere Idee zu pitchen - aber bei dem informellen Charakter der Veranstaltung und mit früh Aufstehen sind die "aehms/oehms" wohl okay. Ansonsten kann Dominik, unser CEO, auch ein "non-aehm Pitch" geben ;-)
 
Zum "Seiten taggen" was wir machen - ähnlich wie die Werbe-Banner hier auf der Seite - sind wir ein Business-Service, den sich eine Seite einbinden kann (Partner-Integration über Widget oder API). Da wir als Empfehlungsservice aber gleich auf vielen Seiten aktiv sein wollen, bieten wir über ein Browser-Plugin dem Endbenutzer auch an, die Seite zu modifizieren (Kunden-Integration). Sicher ist der manuelle Aufwand, der je nachdem wie integriert es sein soll, zwischen 30min und 4h dauert, eine Bremse gegen exponentielles Wachstum, aber a.) kann jeder im Developer-Portal so ein Seiten-Tag anlegen, b.) finden wir wir es super direkt bei den Top50 Seiten, die >50% des Nachrichten-Konsums ausmachen, launchen zu können. Und das finden viele andere Startups auch super - da tut mir der manuelle Aufwand, um schneller am Markt zu sein, nicht gross weh.
 
Danke fürs Feedback,
Andreas Richter, CTO plista
 
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