Und möchte einen kleinen Volksaufstand starten.
Der Online-Riese Amazon geht gerichtlich gegen das kleine Schweizer Web 2.0-Start-Up Amazee vor: Wie Amazee heute mitgeteilt hat, haben Amazon-Rechtsanwälte in den USA vor einem Gericht Einspruch gegen die Eintragung der Marke "Amazee" eingelegt. Vetreter von Amazon Luxemburg verlangen ausserdem, die Löschung der bereits registrierten Marke in der Schweiz.
Amazee betreibt eine Networking-Plattform hauptsächlich für soziale Projekte: Personen und Organisationen sollen darauf Gleichgesinnte finden, ihre Ideen, Vorhaben und Projekte initiieren und bekannt machen und sich dafür finanzielle Unterstützung sichern können.
Wenn Amazon Erfolg hat, würde Amazee wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Namen, mit dem man inzwischen einige Bekanntheit gewonnen hat, zu ändern. Amazon führt, was wohl wenig überrascht, Verwechslungsgefahr als Grund für sein Begehren an. Amazee hält dem entgegen, dass man in einem ganz anderen Geschäftsfeld tätig sei und schon der ganz andere Bekanntheitsgrad die Verwechsungsgefahr eigentlich ausschliesse.
Ausserdem verspricht Amazee, dass man nicht plane, je auf das Gebiet von Amazon, den Online-Handel, vorzudringen.
Staunen am AmazonasDer eigene Name, so argumentiert Amazee weiter, habe zudem ganz andere Wurzeln, als der von Amazon. Der Name Amazon beziehe sich auf den Fluss Amazonas, während "Amazee" als Abwandlung des englischen Worts Amazing (erstaunlich, verblüffend) gemeint sei. (Wenn man letzteres realisiert - aber eben nur dann - ist auch die Aussprache ganz anders.)
Amazees CEO Gregory Gerhardt ist von der Klage ein bisschen geschmeichelt, sieht sie aber hauptsächlich als Ärgernis: "Eigentlich sollten wir es als Kompliment auffassen, dass Amazon unsere kleine Firma für gefährlich genug erachtet, um in den USA gegen die Eintragung unserer Marke vorzugehen und zusätzlich die Löschung der Schweizer Marke zu fordern. In der Tat ist es jedoch äusserst ärgerlich, dass Amazon mit einem solchen Verfahren unsere beschränkten Ressourcen bindet."
Um öffentlichen Druck aufzubauen, möchte Amazee nun möglichst viele Stimmen dazu sammeln, ob es denn wirklich eine Verwechslungsgefahr zwischen Amazon und Amazee geben könnte. Neigungsgemäss versucht Amazee dies unter anderem im Rahmen eines Projektes auf der eigenen Plattform. Unter
"Amazon against Amazee" können sich interessierte zum Rechtsstreit informieren und selbst ihre Meinung abgeben. (Hans Jörg Maron)