Teilprojekt im Rahmen des ominösen Berner Projekts "Kantonaler Workplace 2010": Ablösung der veralteten Systemverwaltungssoftware "Reno" von RTC.
Der IT-Dienstleister Bedag, der sich im Besitz des Kantons Bern befindet, hat am 23. Oktober 2009 eine WTO-Ausschreibung im Rahmen des Projektes "Kantonaler Workplace 2010" (KWP2010) des Kantons Bern gewonnen. Bedag übernimmt das Teilprojekt für die Ablösung der veralteten Systemverwaltungssoftware "Reno" des Herstellers RTC, wobei Bedag als Generalunternehmen auftritt und in gewissen Bereichen mit dem IT-Dienstleister Abraxas zusammenarbeitet.
Der von Bedag gewonnene Teilauftrag hat gemäss dem Kantonalen Amtsblatt einen Wert von 7,1 Millionen Franken. In einem Statement von Bedag heisst es: "In diesem Projekt, welches sich über Jahre erstreckt, wird Bedag eine System-Management-Plattform mit modernsten Technologien bauen dürfen, welche mit Sicherheit über die Grenzen der bernischen Kantonsverwaltung hinaus Beachtung finden wird."
80-Millionen-ProjektDas knapp 80 Millionen Franken teure Gesamtprojekt KWP2010 geriet vor einem
halben Jahr in die Schlagzeilen, als just nach dem Bekanntwerden der ausschreibungslosen Auftragsvergabe des Bundes an Microsoft bekannt wurde, dass der Kanton Bern
ebenfalls Lizenzen für 14'000 Computer ohne Ausschreibung beschaffen will. Die Kosten für die neuen Windows-7- und Office-2007-Lizenzen sind allerdings nicht in den 80 Millionen inbegriffen. Der Kanton Bern ist derzeit noch dabei, mit Microsoft über den Preis zu verhandeln.
Die Open-Source-Lobby "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit" protestierte im Mai anfänglich gegen diese
"fragliche Software-Beschaffung", doch einige Wochen später war der Streit
beigelegt und die Open-Source-Vertreter verzichteten auf eine Beschwerde wegen der freihändigen Auftragsvergabe an Microsoft.
Im September bewilligte das Kantonsparlament den KWP2010-Kredit in der Höhe von 80 Millionen Franken. Die 80 Millionen werden für die Beschaffung von Hardware und anderer Software benötigt. Einige Aufträge wurden vergeben, viele werden noch folgen. (Maurizio Minetti)