Technologie-Partner
.
.
Gold-Sponsor:
.
.
Montag, 01.03.2010
US-Copyright-Lobby gegen Open Source

Open-Source-Software untergrabe die langfristige Wettbewerbskraft. Amerikanische Lobbyisten verlangen strengere Gesetze - auch in der Schweiz.
 
Der amerikanische Lobbyverband "International Intellectual Property Alliance" (IIPA) fordert die US-Regierung auf, Druck auf die Schweiz auszuüben, damit diese die Urheber- und Markenschutz-Gesetze entsprechend anpasst. Im jährlichen Bericht des Verbandes, dem unter anderem die Business Software Alliance (BSA) und Vertreter der Musik- und Filmindustrie angehören, wird zudem von der Schweiz gefordert, ein "Camcording-Gesetz" einzuführen. Die Schweiz sei nämlich als Quelle für von der Kino-Leinwand abgefilmte Film-Raubkopien identifiziert worden.
 
Auf vier Seiten setzt sich der Bericht mit der Schweizer Gesetzgebung auseinander. Die Verfasser stören sich dabei etwa am Recht auf Privatkopie, aber auch daran, dass sogenannte "Cyberlockers", wie etwa der Download-Dienst Rapidshare, ihren Sitz in der Schweiz haben. Ausserdem, so der Bericht weiter, sei die Schweiz weiterhin ein Hafen für Piraterie in Bezug auf den deutschsprachigen Markt. Deutsche "Release Groups" (also Gruppen, welche raubkopierte Software, Filme und Musik veröffentlichen) würden die Schweiz als Basis für die Aufnahme von Soundtracks nutzen und hier auch ihre File-Server betreiben.
 
Die Schweiz kommt im Vergleich allerdings gut weg. China und Russland zählen die US-Lobbyisten zu den wichtigsten Quellen von Raubkopien und Produktfälschungen. Ein Dorn im Auge sind der IIPA aber nach wie vor Länder, die den Einsatz von Open-Source-Software propagieren. So verlangt die IIPA etwa im Fall von Indonesien, Brasilien und Indien, dass die US-Regierung diese auf eine "Special 301 List" setzt. In dieser Liste werden Staaten aufgeführt, die die internationalen Copyright- und Patentabkommen nicht rigoros umsetzen. Auf dieser Liste landen nach der Idee der IIPA nun aber auch Länder, die den Einsatz von Open-Source-Software propagieren, wie zum Beispiel der Fall Indonesien zeigt. Die Empfehlung der dortigen Regierung, vermehrt auf Open-Source zu setzen, deutet die IIPA in ihrem Bericht als Schwächung der (amerikanischen) Softwareindustrie, die deren "langfristige Wettbewerbskraft untergrabe", da mit der Empfehlung eine "künstliche Bevorzugung von Firmen" geschaffen werde, die freie Software und damit verbundene Dienste anböten. Eine solche Linie untergrabe "die Achtung von Rechten an geistigem Eigentum" und präge eine Mentalität, die "den Wert geistiger Schöpfungen nicht angemessen in Betracht zieht". (bt)

Kommentare:
Mathias Arndt Dann muss sich die USA ja selbst auf diese Liste setzen...
siehe: https://www.opensource.gov
oder: http://www.oss-institute.org
 
Gruss Mathias
 
Ps.:
Würde Open Source von "heute auf morgen" verboten, dann müsste man vermutlich den Grossteil aller Webserver weltweit abschalten… Ade Internet. Ob sich das die Lobbyisten gut überlegt haben?
 
Newsletter abonnieren
E-Mail-Adresse
HOT Stories
Features