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Montag, 08.03.2010
Gemeindesoftware: Ruf setzt auf .Net

Ruf Informatik baut neue Generation seiner Gemeindesoftware auf Microsofts .Net-Architektur. Neben NEST / Abacus boykottierte auch Ruf Informatik die Ausschreibung des Vereins SSGI für eine neue Gemeindelösung.
 
Ruf Informatik setzt für die Entwicklung der nächsten Generation von Gemeindesoftware auf die .Net-Plattform von Microsoft. "eGovWeb", wie die Lösung heisst, wird auf einer serviceorientierten Architektur (SOA) aufbauen und soll den Austausch von Daten und Dokumenten über alle Verwaltungsebenen nach eCH-Standards auf der technischen Ebene definieren, überwachen und steuern. Zusätzlich wird die Lösung grundlegende Funktionalitäten für Module wie Gemeindecockpit, Dokumentenverwaltung oder zentrales Reporting zur Verfügung stellen, heisst es in einer Medienmitteilung von Ruf.
 
Wie Ruf-Informatik-Chef Marcel Reich zu inside-it.ch sagte, wolle man die Neuentwicklung der Kernapplikationen nun "mit grosser Kraft" vorantreiben. Die Erneuerung der Ruf-Applikationen soll Modul für Modul erfolgen und die verschiedenen Programme sollen untereinander integriert werden. Damit, so Reich, blieben die Investitionen der Gemeinden geschützt. Ruf werde mit "eGovWeb" der erste Anbieter sein, der ein Gesamtpaket auf moderner technischer Basis anbieten könne. Erste, mit der .Net-Architektur gebaute Module der Gemeindelösung wird es gemäss Reich schon diesen Herbst geben.
 
Ruf ist, je nach Berechnung (Anzahl Gemeinden oder Anzahl Einwohner) der grösste oder zweitgrösse Anbieter von Gemeindesoftware in der Schweiz.
 
Keine Eingabe auf die Ausschreibung des SSGI
Wie bereits Abacus / NEST hat auch Ruf Informatik kein Angebot auf die Ausschreibung des Verein Schweizerische Städte- und Gemeinde-Informatik eingereicht. Abacus / NEST hatte vor allem kritisiert, dass in der Ausschreibung Miteigentum an der ausgewählten Gemeindelösung verlangt wurde. Reich argumentiert etwas anders: Ruf wäre interessiert daran gewesen, sich an Innovation im Bereich einer Gemeindelösung zu beteiligen, doch sei in der Ausschreibung nur wenig Neues verlangt gewesen. Reich: "Wir könnten uns auf die verlangte Form von Zusammenarbeit einlassen, wenn uns das Projekt weiterbringen würde. Aber wir können nicht auf die Bedingungen der Ausschreibung eingehen, wenn Funktionen verlangt werden, die wir seit 20 Jahren abbilden."
 
Die Frist für die Einreichung von Offerten ist am 22. Januar abgelaufen, der Zuschlagsentscheid soll im Mai 2010 erfolgen. Erst später wird allerdings klar, wieviele der theoretisch 191 Gemeinden sich tatsächlich für die neue, möglicherweise auch neu zu entwickelnde Lösung entscheiden werden. (Christoph Hugenschmidt)
 
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