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Mittwoch, 31.10.2007
Quelle Surprise!: Second Life von Männerfantasien und Stereotypen geprägt

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Wenigstens meistens.
 
Wer sich schon einmal im Second Lfe bewegt oder zumindest Bilder der Avatare gesehen hat, wird von diesem Forschungsergebnis der Uni Luzern kaum überrascht sein: Die Second Life User nutzen die Möglichkeiten der virtuellen Welt kaum, um aus gängigen Geschlechterrollen oder Schönheitsidealen auszubrechen. Im Gegenteil, diese werden eher noch bestärkt. Dies liegt wohl auch nahe. Schliesslich kann auch wer real vielleicht eher zur "Birnenform" tendiert, zu wenig Sport treibt oder schlicht die Spuren der Zeit zeigt, per Mausklick auf einmal mühelos diesen Idealen entsprechen.
 
Ein Team des soziologischen Seminars der Uni Luzern unter der Leitung von Dr. Sabina Misoch hat eine Stichprobe der Avatare in Second Life vorgenommen und deren Charakteristiken erfasst. Demgemäss sind über 90 Prozent der "Männer" in Second Life, also wesentlich mehr als im realen leben, "normal" (sprich schlank) oder sogar athletisch gebaut, mit breiten Schultern, einen muskulösen Oberkörper und schmale Hüften. Sogar 98 Prozent (!) der "Frauen" sind dagegen dünn oder schlank, mit schmalen Hüften, langen Beinen und, ähem, grosser Oberweite. Nur etwa 2 Prozent der menschlichen Avatare sind geschlechtsneutral und nur insgesamt 2,4 prozent der Second Life-User entscheiden sich für eine Figur, die keinen Menschen darstellt.
 
Obwohl die Möglichkeit dazu vorhanden wäre, so schliesst Sabina Misoch dehalb, werde Second Life "nicht für das Ausleben phantastischer oder utopischer Selbstentwürfe genutzt. Jegliches utopische Potenzial muss Second Life deswegen abgesprochen werden." Einen kleine Art von "Ausbruch" gibt es allerdings doch: Wie man weiss, sind mindestens 57 Prozent der User von Second Life Männer, von den Avataren sind aber eine kleine Mehrheit von 53 Prozent weiblich. Aber auch duch das, so glaubt Misoch aber, sei wohl eher eine "Visualisierung männlicher Phantasien in Gestalt eines weiblichen Avatars" als die Suche nach einem "idealen Selbst." (Hans Jörg Maron)
 
(Bild: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Das Bild verdanken wir dem "Second Life Forum")
 
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