BloggingToms Woche im Cyberspace XII.
Eine geheimnisvolle Werbekampagne regt derzeit die Gerüchteküche an. Die "Bewegung für Free Internet" wirbt auf diversen Blogseiten mit Bannern für ihre Kampagne
freeinternet.ch und fordert für jeden Menschen kostenloses Internet. Eigentlich durchaus sympathisch, diese Forderung. Doch wer steckt hinter der Geschichte? Ein Verein, der es einfach nur gut meint mit uns Internetnutzern? Oder handelt es sich um eine Art virale Aktion eines Grossunternehmens? Auf der Suche nach Antworten
hat Blogger Matthias herausgefunden, dass der Inhaber der Domain free-internet.ch für die Werbeagentur Futurecom arbeitet, die wiederum den Telko-Anbieter Sunrise zu ihren Kunden zählt.
Tatsache ist, dass sowohl Swisscom als auch Orange und Cablecom explizit verneinen, etwas mit der Kampagne zu tun haben. Und während Futurecom nicht auf Anfragen reagiert, will Sunrise-Mediensprecher Konrad Stokar dazu keine Stellung nehmen und verweist, unter Angabe der Emailadresse,
an die Medienstelle von Free Internet. Blöd nur, dass diese Emailadresse auf der Webseite von free-internet.ch gar nicht zu finden ist. Sieht so aus, als wüsste man bei Sunrise tatsächlich mehr, als man offiziell preisgeben will. Können wir uns also schon bald auf kostenloses Internet für alle freuen? Ich bin gespannt...
Fast so alt wie Ebay selbst ist das dort genutzte Bewertungssystem. Nach jedem abgeschlossenen Geschäft gibt der Käufer eine Bewertung zum Verkäufer ab – und umgekehrt. Diese öffentlich einsehbaren Bewertungen waren seit 1996 eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen Betrüger. Doch nun will das Auktionshaus ab Mitte Jahr keine Bewertungen mehr über Käufer zulassen. Man wolle damit Rachebewertungen unterbinden, wie es heisst. Diese hatten sich in der Vergangenheit tatsächlich gehäuft, denn wer einen Verkäufer schlecht bewertete, weil er bspw. Lieferfristen überschritten hatte, musste damit rechnen, vom Verkäufer als Rache eine schlechte Bewertung zu bekommen. Doch Ebay scheint die Rechnung ohne ihre Verkäufer gemacht zu haben, denn diese machen ihrem Unmut Luft: "Die Käufer können jeden Verkäufer meiden, der nicht zu 99 Prozent positiv beurteilt wurde. Aber der Verkäufer darf keinerlei negative Bewertung über Käufer abgeben?", ist zum Beispiel in einem Forum zu lesen. Und tatsächlich scheint da das Problem zu liegen: Während Käufer mit dem neuen System nach wie vor vor "schwierigen Verkäufern" warnen können, fehlt den Verkäufern in Zukunft eine solche Möglichkeit. Am 11. Februar will Ebay zudem an der Gebührenspirale drehen, was die Verkäufer wohl auch nicht gerade milder stimmen wird. Ob die vereinzelt zu hörenden Boykottaufrufe dann allerdings wirklich etwas an der Situation ändern werden, darf zumindest bezweifelt werden.
Unsere Technologiewelt ist ganz schön mit Buzz-Words durchtränkt. Nehmen Sie zum Beispiel
dieses zusammengeschnittene Video aus einer SAP-Veranstaltung. Verstehen Sie alle ach-so-wichtigen Abkürzungen? Nein? Puh, dann bin ich wenigstens nicht der Einzige. (
BloggingTom)