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Mittwoch, 30.07.2008
Musik und Versprechen mit Verfalldatum

BloggingToms Woche im Cyberspace XXXVII
 
Das von der Industrie einst hochgelobte Digital Rights Management (DRM) verkommt immer mehr zum Albtraum von Musikhörern, die Songs legal auf diversen Plattformen gekauft haben. Ende März 2008 schaltete Sony den hauseigenen Connect-Online-Musikshop ab, so dass dort gekaufte, mit DRM geschützte Songs, nur noch auf dem bereits lizenzierten Gerät genutzt werden können. Wer Änderungen an der Hardware oder ein Update des Betriebssystems vornimmt, kann die bereits gekauften Songs nicht mehr abspielen. Microsoft hat ebenfalls die Schliessung der US-amerikanischen Version des MSN Music Stores angekündigt, hat sich aber nach Protesten immerhin bereit erklärt, die Lizenzierungsserver bis 2011 weiterlaufen zu lassen. Neuster im Bunde ist Yahoo. Dort will man die Server von Yahoo Music am 30. September 2008 vom Netz nehmen. DRM erweist sich damit immer mehr als teurer Flop der (Musik-)Industrie. Die Zeche bezahlen darf nämlich der Kunde. Wie immer eigentlich, wenn’s um technische Flops geht. Immerhin: Yahoo will Medienberichten zufolge die Kunden seines Musikladens entschädigen. Trotzdem aber gibts die teuer, dafür legal erworbene Musik schon bald nicht mehr zu hören. Wurde nicht genau davor bereits anlässlich der Lancierung von DRM gewarnt?
 
Nur noch wenige Tage dauert es bis zur Eröffnungsfeier der olympisch zensurierten Spiele in Peking und noch immer sind die kritischen Berichte über China in der klaren Mehrheit. So auch in Sachen Internet. Chinesische Vertreter hatten bei der Vergabe der Olympischen Spiele an China eine "völlig freie Berichterstattung" versprochen und auch zwei Vertreter des Olympischen Komitees (IOC) erklärten noch im April dieses Jahres, dass das Gastgeberland die Internet-Zensur während der Spiele für die Journalisten aufheben würde. Doch davon will heute niemand mehr etwas wissen. Aus China heisst es dazu bedeutungsschwanger: "Während der Olympischen Spiele werden wir ausreichenden Internet-Zugang für Journalisten bereitstellen." Und auch die IOC-Vertreter krebsen zurück. Sie lassen mitteilen, dass sich der freie Zugang nur auf Seiten bezieht, die direkt über die Sportveranstaltungen berichten. Glaubt man dem von Amnesty International veröffentlichten Bericht "The Olympics countdown - broken promises" dann ist dies nur ein weiteres Puzzlestück zum Thema gebrochene Versprechen der chinesischen Regierung.
 
Apropos: Ist Ihre Webseite von China her überhaupt zugänglich? Oder wollen sie lieber für den Verkehr in China büffeln? Und falls Sie wider Erwarten auf Chinas Klos kein WC-Papier vorfinden, hilft ein iPhone und WLAN weiter… (BloggingTom)
 
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