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Mittwoch, 05.11.2008
Domainendungen für alle (mit genügend Kleingeld)

BloggingToms Woche im Cyberspace LI.
 
Vor langer, langer Zeit war das Internet noch übersichtlich. Ein paar .com- und .net-Adressen hier, .ch-, .de- oder .at-Domains dort. Dann beschloss die etwas nebulöse "Internet-Behörde" ICANN im Jahr 2000, weitere Domainendungen wie .info und .biz einzuführen. Das Ziel, den Namensraum zu vergrössern, hat man damit aber nicht erreicht, denn gerade Unternehmen und bekannte Webseiten waren fast gezwungen, sich ihren Namen, zu teils horrenden "Sunrise-Preisen" auch unter den neuen Top-Level-Domains (TLDs) zu sichern.
 
Heute streitet man sich bei der ICANN erneut um die Einführung neuer TLDs. Allerdings geht es dieses Mal um Grösseres, denn jeder soll die Möglichkeit haben, sich seine eigene Domainendung zu kaufen - das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt. Wie wärs denn mit .ibm oder .sex? Gegen Bewerbungskosten von 185'000 US-Dollar und einer Jahresgebühr von rund 75'000 Dollar soll das nun bald möglich sein. Nur: Wozu soll das gut sein? Sollte der Namensraum öffentlich zugänglich sein, sind erneut Firmen und Namensinhaber die Blöden, die sich erneut für viel Geld ihren Namen sichern müssen und langsam aber sicher zu Domain-Verwaltern verkommen. Und der Internet-Surfer blickt sowieso nicht mehr durch, welche Domainendung er in Zukunft eingeben muss. Hier gehts, und das muss einfach mal gesagt werden, wohl nur noch um Geldmacherei...
 
Dass in China nicht alles so läuft, wie wir uns das hier gewohnt sind, sollte eigentlich jeder wissen. Mit dem Add-On "China Channel" für den Firefox Browser kann sich nun jeder mal das Internet aus der Sicht eines Chinesen ansehen. Und das ist durchaus interessant, denn je nachdem, ob man Hongkong oder den Rest Chinas als Standort simuliert, ist das Resultat ein anderes. Und nein, das ganze ist kein Fake. Das Add-On verbindet sich tatsächlich mit einem Proxy-Server in China und liefert die Seiten so aus, wie sie ein Chinese zu Gesicht bekommt (oder eben auch nicht). Das Add-On ist Teil einer Ausstellung in Hongkong, wo auf die Problematik des nur halb-vollständigen Internets in China aufmerksam gemacht wurde.
 
Und zum Schluss wie immer die nicht immer ganz ernst zu nehmenden Links: Wer sich an das Flowchart "Dinge geregelt kriegen" hält, weiss nachher auch mit schwierigen Problemen fertig zu werden. Trotzdem: Werden sie nicht übermütig! (BloggingTom)
 
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