BloggingToms Woche im Cyberspace LII.
Sensation! Der Kassensturz machte gestern mit der Meldung "Google spioniert Schweizer aus" auf seine Sendung am Abend aufmerksam und deckte auf, dass "viele Schweizer Webseiten Daten an Google liefern, ohne dies zu deklarieren". Und tatsächlich: Tausende von Schweizer Websites nutzen das Statistiktool Google Analytics für die Auswertung der Besucherströme und liefern so Daten wie IP-Adresse und Klickpfade ihrer Besucher in die USA. Was für eine Sensation! Dass einige der Sites dies nicht in ihren Datenschutzbestimmungen offen legen,
mag stossend sein. Andererseits: Wann waren Sie das letzte Mal auf einer Website und haben zuallererst die Datenschutzbestimmungen gelesen?
Überhaupt: Um was ging es eigentlich
nun konkret? Dass Google Daten sammelt? Keine Sensation. Dass Websites Analytics einsetzen? Keine Sensation. Dass die Websites den Einsatz nicht deklarieren? Auch keine Sensation.
Aber es macht sich wohl einfach gut und bringt Zuschauer, wenn mit solchen Headlines operiert wird. Vielleicht hätte der Kassensturz besser das nur kurz angeschnittene Thema des durch die USA überwachten Zahlungsverkehrsystems SWIFT besser ausgeleuchtet. Oder sich um
galoppierende Garnelen gekümmert. Oder das Pferd am eigenen Schwanz aufgezäumt: Unklar bleibt nämlich, wieso der Kassensturz bzw. das Schweizer Fernsehen das auf deren Seiten eingesetzte Statistiktool Webtrends nirgends deklariert. Das liefert nämlich genauso Daten in die USA. Nur profitiert in diesem Fall nicht Google, sondern das Unternehmen Webtrends von den Daten. Aber macht das einen Unterschied?
Grund zum Feiern hat diese Woche hingegen Microsoft, denn Windows wird 25 Jahre alt. Oder 23 Jahre. Je nachdem, wie man rechnet. Denn am 10. November 1983 wurde Windows 1.0 an der Comdex zwar angekündigt, zu kaufen war es dann allerdings erst 1985. Wie begeistert Steve Ballmer schon damals von Microsoft und Windows war, zeigt sich in einem wahren Fundstück: Ein
Windows-Werbespot aus dem Jahr 1986. Irgendwie hat er sich
kaum verändert...
Zum Schluss heute ein paar Tipps für den Alltag: Google der Datensammler zeigt neuerdings auch die
Ausbreitung der Grippe in den USA und rechtfertigt damit die Auswertung der Suchanfragen. Eher technisch wird der Spiegel: Wieso
Mischen impossible ist. Dafür ist das Experiment "
Zurück zur guten alten Briefpost" von Valentin Groebner umso nachahmenswerter. (
BloggingTom)
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