Technologie-Partner
.
.
Gold-Sponsor:
.
.
Mittwoch, 12.11.2008
Breaking News: Kassensturz spioniert Schweizer aus

BloggingToms Woche im Cyberspace LII.
 
Sensation! Der Kassensturz machte gestern mit der Meldung "Google spioniert Schweizer aus" auf seine Sendung am Abend aufmerksam und deckte auf, dass "viele Schweizer Webseiten Daten an Google liefern, ohne dies zu deklarieren". Und tatsächlich: Tausende von Schweizer Websites nutzen das Statistiktool Google Analytics für die Auswertung der Besucherströme und liefern so Daten wie IP-Adresse und Klickpfade ihrer Besucher in die USA. Was für eine Sensation! Dass einige der Sites dies nicht in ihren Datenschutzbestimmungen offen legen, mag stossend sein. Andererseits: Wann waren Sie das letzte Mal auf einer Website und haben zuallererst die Datenschutzbestimmungen gelesen?
 
Überhaupt: Um was ging es eigentlich nun konkret? Dass Google Daten sammelt? Keine Sensation. Dass Websites Analytics einsetzen? Keine Sensation. Dass die Websites den Einsatz nicht deklarieren? Auch keine Sensation. Aber es macht sich wohl einfach gut und bringt Zuschauer, wenn mit solchen Headlines operiert wird. Vielleicht hätte der Kassensturz besser das nur kurz angeschnittene Thema des durch die USA überwachten Zahlungsverkehrsystems SWIFT besser ausgeleuchtet. Oder sich um galoppierende Garnelen gekümmert. Oder das Pferd am eigenen Schwanz aufgezäumt: Unklar bleibt nämlich, wieso der Kassensturz bzw. das Schweizer Fernsehen das auf deren Seiten eingesetzte Statistiktool Webtrends nirgends deklariert. Das liefert nämlich genauso Daten in die USA. Nur profitiert in diesem Fall nicht Google, sondern das Unternehmen Webtrends von den Daten. Aber macht das einen Unterschied?
 
Grund zum Feiern hat diese Woche hingegen Microsoft, denn Windows wird 25 Jahre alt. Oder 23 Jahre. Je nachdem, wie man rechnet. Denn am 10. November 1983 wurde Windows 1.0 an der Comdex zwar angekündigt, zu kaufen war es dann allerdings erst 1985. Wie begeistert Steve Ballmer schon damals von Microsoft und Windows war, zeigt sich in einem wahren Fundstück: Ein Windows-Werbespot aus dem Jahr 1986. Irgendwie hat er sich kaum verändert...
 
Zum Schluss heute ein paar Tipps für den Alltag: Google der Datensammler zeigt neuerdings auch die Ausbreitung der Grippe in den USA und rechtfertigt damit die Auswertung der Suchanfragen. Eher technisch wird der Spiegel: Wieso Mischen impossible ist. Dafür ist das Experiment "Zurück zur guten alten Briefpost" von Valentin Groebner umso nachahmenswerter. (BloggingTom)

Kommentare:
Bruder Bernhard Das ist mir jetzt doch etwas zu sehr verwedelnd dargestellt, die Datensammlerei. Fakt ist doch, dass es für Blogs keine Notwendigkeit gibt, all diese Statistik-Tools zu nutzen, die auf einem externen Server laufen. Und dennoch tut es die überwiegende Mehrheit, ohne sich je einen Gedanken darüber gemacht zu haben. Irgendwie beschämend, finde ich.
 
Es ist beileibe nicht so, dass IP-Adressen zu speichern harmlos ist. Sobald Datenbanken verknüpft werden, können daraus Benutzerdaten werden. Datenbanken werden verknüpft durch Pannen (Server werden geknackt, schon mal davon gehört?), durch Verkauf des Unternehmens (dessen Wert sich auch nach der Güte seiner Daten bemisst), oder natürlich ganz absichtlich und gezielt. Google ist in dieser Hinsicht bestimmt der weltweite grösste Datenverknüpfer, und Google lernt mit jedem Blogspotter, mit jedem analytics-Nutzer, mit jedem Gmailer und was der Dienste mehr sind dazu.
 
Darum sollte auch der Kassensturz von seinen Statistiktools absehen, da hast Du allerdings recht.
 
Newsletter abonnieren
E-Mail-Adresse
HOT Stories
Features