BloggingToms Woche im Cyberspace LVIII
Das neue Jahr ist nur knapp eine Woche alt, da sorgt der deutsche Vorzeigeblogger Robert Basic für ein kleines Erdbeben. Die Ankündigung, sein Blog 'Basic Thinking', das immerhin als das meistverlinkte Deutschlands gilt,
zu verkaufen, schlägt Wellen. Und das nicht nur in den
Kommentarspalten und
anderen Blogs, selbst
Spiegel Online und die
Frankfurter Allgemeine Zeitung sahen sich genötigt, einen Artikel zum Verkauf zu veröffentlichen. Da soll noch mal einer sagen, Blogs seien nicht relevant.
Interessant dürfte der angekündigte Verkauf via eBay tatsächlich werden, denn nur schon der gerüchteweise zu hörende Mindestpreis von 30'000 Euro ist bemerkenswert. Zwar ist es das eine, ein Blog mit einer
grossen Verlinkung und entsprechendem "Google-Bonus" zu kaufen, doch der Personenkult könnte hier ein Risiko werden. Blogs leben nach wie vor von der Personality des Machers dahinter, vom Stil und der Form des Bloggens. Und Basic will nicht etwa seine Bloggerkarriere an den Nagel hängen, sondern vielmehr neu beginnen. Und sein "Wald-und-Wiesen-Geschreibe" in Zukunft in zwei Bloggefässen auftrennen: Einmal Business, einmal Privates. Und genau das könnte einem allfälligen Käufer (vielleicht Peter Hogenkamps
Blogwerk?) das Leben schwer machen, denn viele Leser werden einfach mit Basic weiterziehen.
Mutig ist aber auch Robert Basic selber, der seine Topposition einfach so preisgibt und auf eine nicht schlecht funktionierende Einkommensquelle verzichtet. Wenn allerdings die Leserhorden, wie vermutet, einfach mit ihm mitziehen, wird er diese Quelle schon bald wieder anzapfen können. Also doch alles nur ein geschickter Gag zur Geldvermehrung? Blog verkaufen, Erlös und Leser mitnehmen und einfach unter einer neuen URL noch mal alles neu aufbauen? Bald schon werden wir schlauer sein...
Beim Microbloggingtool Twitter dürften sich an Montag einige Leser über die offenherzigen Mitteilungen von Prominenten gewundert haben. So protzte
Britney Spears plötzlich nicht ganz jugendfrei mit ihrem Geschlechtsorgan,
Barack Obama rief zu einer Umfrage über sich selbst auf und CNN-Moderator
Rick Sanchez teilte plump mit, er bleibe heute lieber zuhause, weil er im Crackrausch sei. Natürlich steckte hinter den Kurznachrichten
nicht die Prominenz selber, sondern findige Hacker, die sich offenbar Zugang zu den Supporttools der Twitter-Mitarbeiter verschaffen konnten und damit Zugang zu den Accounts der Promis erhielten. Insgesamt erhielten die Hacker so
Zugriff auf 33 Accounts. Nachdem bereits am Samstag zuvor ein Phishing-Angriff auf Twitter-Konten
bekannt wurde, ist das allseits beliebte Microbloggingtool, das auch
inside-it.ch nutzt, massiv unter Druck, die Sicherheit zu erhöhen. Denn: Wer will das Ding schon kaufen, wenn sich die Accounts so einfach
hacken lassen?
Zum Schluss, wie immer, der nicht ganz ernst gemeinte Wochenrückblick ins Netz: Nun ist es wieder da, das gefürchtete Januarloch. In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht es inzwischen sogar die
Sparschweine. Dort wo das Januarloch nicht vorhanden ist, baut man derzeit die begehbaren Schränke aus. Schliesslich ist das, was Frauen recht ist, uns Männern
doch billig. Und wenn’s dafür nicht reicht: Eine
mobile Badewanne geht allemal… (
BloggingTom)
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