BloggingToms Abenteuer im Cyberspace LXII
Gerade erst hat der Suchmaschinengigant Google die Ozeane mit 'Google Earth'
verknüpft und schon kommt das nächste Gadget. Mit dem heute vorgestellten '
Latitude' kann man sich auf seinem Handy die eigene Postition auf Google Maps anzeigen lassen. Die Positionsdaten, die in Echtzeit per GPS und WLAN abgefragt werden, können aber auch zur Anzeige des Standorts von Freunden genutzt werden. Ist ein als Freund markierter Nutzer in der Nähe, so erscheint auf Google Maps ein Symbol mit dessen Positionsdaten. Mit einem Klick lässt sich zudem per Google Talk, Telefon oder eMail Kontakt mit dem Freund aufnehmen.
Soweit so gut. Nur, was ist mit der Privatsphäre? Geht es nach Google, so kann jeder Nutzer auch nach der Annahme der Einladung zu 'Latitude' jederzeit selbst bestimmen, wie viel die Kontakte über den aktuellen Standort erfahren. Zudem verschwinde man mit der Deaktivierung des Programms ganz von
der Karte.
Nicht vergessen werden darf dabei aber, dass Google mit 'Latitude' an noch mehr Daten der Nutzer herankommt. Wie wenn Google nicht schon genug über die Nutzer seiner vielen Dienste wüssten. Und so wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis uns Google auch genau sagen kann, wo wir vor Jahren zu Mittag gegessen haben.
An vielen Lesern dieser Kolumne dürfte die Musik-Software '
Songsmith' von Microsoft bisher vorbeigegangen sein. Dabei erfreut sich 'Songsmith' in Netzkreisen gerade grosser Beliebtheit. Und dies nicht nur deshalb, weil hinter den Aufklebern des
im Werbevideo gezeigten Laptops ein Apple-Gerät vermutet wird, sondern weil findige Nutzer die Software ganz anders verwenden, als sich das Microsoft wohl gedacht hat.
Songsmith mischt nämlich zu einem Gesang automatisch die (seiner Meinung nach) passende Musik, so dass absolut jeder Musik komponieren kann. Das behaupten zumindest die Entwickler. Der von Microsofts Komponiermachwerk unterlegte Musikteppich ist allerdings wenig hittauglich, wie
ein Blick auf YouTube zeigt. Eine ganze Fangemeinde widmet sich nämlich unterdessen dem Remixen von alten Hits mit Songsmith. Und der meistert seine Arbeit wahrlich schlecht. Oder hätten sie erkannt, dass es sich bei
diesem Song um "We will rock you" handelt
oder hier das altbekannte "Hotel California" besungen wird? Immerhin lässt sich ein solcher
AC/DC-Remix nun auch unauffällig bei Kaffeekränzchen nutzen. Nur der gute, alte Rick Astley wirkt nun
noch einschläfernder als er bisher schon war...
Und zum Schluss noch dies: Die Finanzkrise gibt es nun auch
als Song - natürlich mit Songsmith komponiert. Für alle die es etwas komplizierter mögen, gibts die
Uhr für Schnellrechner. Und die Fahrradfahrer unter uns kriegen endlich ihren eigenen, persönlichen
Veloweg. (
BloggingTom)