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Mittwoch, 11.03.2009
Aufgeregtes Nachrichtenge(t)witter

BloggingToms Abenteuer im Cyberspace LXVII
 
Ein 17-jähriger Schüler brachte heute Morgen im süddeutschen Winnenden 16 Menschen um. Nach dem schrecklichen Amoklauf zeigt sich einmal mehr, dass Journalisten aus aller Welt ihr Recherche-Glück immer öfter über das Microbloggingtool Twitter versuchen. Spätestens seit ein zufällig Anwesender das wahrscheinlich erste Bild des im Hudson River notgewasserten Passagierjets via Twitter veröffentlichte, ist Twitter auf dem Radar der Journalisten und Nachrichtenagenturen angekommen.
 
Zwar dauerte es nach der ersten Meldung von "tontaube" über die Tat eine ganze Stunde, bis die Medien auf ihre Spontanäusserung reagierten. Doch dann meldeten sich die "Bild-Zeitung", die "Stuttgarter Nachrichten" und sogar der Nachrichtensender "n-tv" und wollten mehr wissen. Doch "tontaube" hatte auch nicht mehr Informationen und liess das die Presse gleich per Twitter wissen: "Liebe Presse: ich weiss doch auch nichts von dem verrückten...". Allerdings beschert ihr das keine Ruhe, wie auch ihr Freund feststellt: "Meine Freundin telefoniert gerade live mit TV France 2".
 
Der Fernsehsender "n-tv" wiederum berichtete bis am späten Nachmittag, wenn auch etwas unbeholfen, immer wieder über die Geschehnisse auf Twitter, machte aber gehörig Anfängerfehler. Während man selbst immer wieder darauf hinwies, dass hinter den Twitternachrichten keine Journalisten stünden und die Nachrichten darum nicht verifziert seien, griff man dort selbst in die Twitter-Wunderkiste und präsentierte ein Profil auf MySpace, das, so wurde suggeriert, dem mutmasslichen Täter gehören soll. Klar, das Profilbild mit darauf abgebildeten Waffen passte ja auch perfekt zum Amoklauf. Allerdings haben die Nachrichtenprofis noch nicht mal realisiert, dass der MySpace-Nutzer aus einem anderen Bundesland kommt als der Täter.
 
Doch auch die ausländischen Journalisten versuchten verzweifelt, via Twitter an Informationen und mögliche Interviewpartner zu kommen. So eröffnete etwa CNN gleich einen neuen Useraccount, um die Nutzer anzusprechen. Ein Holländer wiederum versandte gleich mehrere Telefonnummern an die grosse, weite Twitter-Welt, mit der Bitte, man möge ihn doch anrufen, wenn man Informationen hätte.
 
Twitter war, einmal mehr, einfach schneller. Allerdings auch gespickt mit Falschmeldungen und Gerüchten. "Trau, schau, wem..." dürfte für die schreibende Zunft also noch wichtiger als bisher werden.
 
Und zum Schluss - wie immer - noch etwas Spass: Die erste iPhone-Girlie-Band - Investment-Banker auf Jobsuche - Schützen sie ihren Mauszeiger (BloggingTom)
 
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