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Mittwoch, 12.08.2009
Google wird alt - und macht auf Mitmachweb

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXVII
 
Was waren das noch für Zeiten, als der Internetgigant Google alle paar Monate ein neues Stück (Gratis-)Software auf den Markt warf und sich alle darauf stürzten. Zwar prangte auf jeder neuen Anwendung der Schriftzug "Beta", doch die nach bedienungsfreundlichen Anwendungen lechzende Internetgemeinde hielt das nicht davon ab, immer mehr Dienste aus dem Hause Google zu nutzen. Eigentlich ja auch kein Wunder, denn trotz "Beta"-Makel liefen die meisten Dienste von Beginn weg so gut, dass niemand wirklich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Selbst die Datenschutzbedenken der User konnte Google immer wieder elegant mit dem Hinweis auf das Opt-Out-Village vom Tisch wischen.
 
Google wird aber offenbar langsam alt. Vorbei die Zeiten, als man den Usern fixfertige Lösungen präsentierte, mit deren Nutzung diese gleich beginnen konnten. Oder mussten sie bei Google Mail oder Maps zuerst umständlich herumbasteln bevor sie es benutzen konnten? Sehen Sie. Seit neuestem ist aber genau das der Fall. So zum Beispiel bei Google Wave, bei dem niemand recht verstehen will, was diese "Welle" denn nun eigentlich genau soll. Bei der Vorführung im intimen Rahmen bei Namics waren die Fragezeichen im Raum nämlich gut zu spüren. Ja selbst von einer Enttäuschungswelle war die Rede. Kein Wunder, schliesslich ist Wave ein noch nicht mal halbfertiges Projekt, das mehr Fehlermeldungen als Erfolgsmomente produziert.
 
Aber klar, das ganze ist auch nur eine Preview für Entwickler. Eine Preview? Ja, neuerdings gibts von Google nur noch Previews, wie auch die neue Websuche namens "Caffeine", die nicht nur schneller suchen, sondern auch schneller Inhalte indexieren soll. Wie wenn wir nicht schon jetzt mit der Fülle an Suchergebnissen überfordert wären.
 
Von Beta zu Preview, oder der Unterschied zwischen Beta und Preview? Früher war Google stolz, den Mitbewerbern zu zeigen, was die Programmierer so alles aus ein paar Zeilen Code zusammenbauen konnten und baute daraus die "Betas". Die Previews markieren einen ganz neuen Weg des Internetgiganten: Wir bauen was halbfertiges zusammen, die Community wird’s schon richten. So was nennt sich eben Mitmachweb...
 
Und zum Schluss noch dies: Kennen Sie eigentlich Bruno Kammerl und sein Projekt Megawoosh? Zum Glück war da kein Notebook in der Flugbahn. Nicht auszudenken, was dann passiert wäre. - Wussten Sie zudem, dass Piloten gar nicht gerne fliegen? Nun, zumindest bei der Uzbekistan Airways ja auch kein Wunder… (BloggingTom)

Kommentare:
Mark Howells-Mead Die "Preview-Version" von Googles neue Suchtechnik ist, soviel ich weiss, bereits in der normalen Suchmaschine zu sehen… zumindest teilweise. Bereits nach weniger als 30 Minuten nach der Veröffentlichung eines Artikels auf meiner eigenen Website erscheint dieser bereits in den Suchresultaten. Auch ist die DHTML-Resultats-Vorschlag-Dropdown neu… oder ich habe sie erst heute bemerkt!
 
Also mit der Bezeichnung "Beta" kann Google soweit hinweisen, dass sie eigentlich nach Lust und Laune… und technischen Tücken oder Erfolgen… weitere Lösungen und Systemverbesserungen aufschalten können. Ist gut so: wenn die Firma die Erneuerungen verantwortlich und sorgfältig aufschaltet, ohne grossen Hinweis, wird sie nicht von neugierigen Besucher überflutet.
 
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