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Mittwoch, 26.08.2009
Internetbremsklotz bei der Cablecom-Mutter UPC

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXIX
 
Der niederländische Breitband-Provider und Cablecom-Mutterkonzern UPC will eine Zweiklassengesellschaft im Internet einführen. Das Unternehmen plant offenbar eine Drosselung der Bandbreite für Internetdienste wie Video-Streaming oder FTP. Lediglich die Bandbreite des http-Protokolls, das etwa genutzt wird, um Webseiten anzusehen, soll grundsätzlich von der Geschwindigkeitsdrosselung ausgeschlossen sein. Damit foutiert sich der Konzern um die sogenannte Netzneutralität, wonach Zugangsanbieter Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben, an ihre Kunden übertragen.
 
Wie es seitens UPC heisst, soll das neue System, das jeweils zwischen Mittag und Mitternacht in Betrieb sein soll und die verfügbare Bandbreite des Kunden um rund zwei Drittel beschneidet, dazu beitragen, Netzwerkprobleme zu beseitigen und damit den Kunden einen schnelleren Internetzugang bescheren. Doch den schnellen Zugang beziehen die Holländer offenbar nur auf das Surfen auf Webseiten. Und selbst das ist nicht immer garantiert, denn auch der Datenverkehr von Webseiten, die einen zu hohen Traffic verursachen, soll beschränkt werden.
 
UPCs Idee beruht offenbar darauf, in der Werbung und im Marketing weiter "unlimitierte" Internetabos verkaufen zu können, dann aber, quasi im stillen Hinterstübchen, selbst zu entscheiden, welche Seiten und Dienste die User mit "schneller" Geschwindigkeit ansurfen dürfen und bei welchen sie in Zukunft auf die tröpfchenweise eintreffenden Datenpakete warten sollen.
 
Immerhin, in der Schweiz darf man vorerst (?) aufatmen. Wie Mediensprecherin Deborah Bucher, Mediensprecherin von Cablecom sagte, sind derzeit keinerlei Massnahmen geplant, die die Surfgeschwindigkeit der Abonnenten einschränken. Und das ist doch auch mal eine gute Nachricht. Erst recht von der Cablecom.
 
Ein Tipp zum Schluss: Nicht immer, wenn sie der Speaker ausruft, sind sie auch wirklich gemeint. Hat es sie dann trotzdem erwischt, nehmen sies gemütlich: "Eifach echli abefahre!" Apropos "abefahre": Mac oder PC? (BloggingTom)
 
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