BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXXII
Ja, als Blogger hat man es nicht leicht. Aber das weiss der geneigte Leser dieser Kolumne bereits seit einiger Zeit. Nun schickt sich auch eBay an, den Bloggern das Leben etwas schwerer zu machen. Die sogenannten
eBay-Blogs will man nämlich zum 31. Oktober weltweit schliessen. Das Auktionshaus will sich darauf konzentrieren, was für die Mitglieder "die allergrösste Wichtigkeit besitzt". Blogs gehören offensichtlich nicht dazu. Leider bietet eBay aber keinerlei Möglichkeiten an, die bisher veröffentlichen Beiträge zu sichern oder zu exportieren. Aber das macht nichts. eBay hat auch für dieses Problem eine kundenfreundliche Lösung parat und rät allen Mitgliedern,
ihre Beiträge auszudrucken. Da bleibt nur zu hoffen, dass es bei eBay wenigstens irgendwo günstiges Druckerpapier zu ersteigern gibt...
Während eBay also versucht, das Projekt des papierlosen Büros zu torpedieren, sind andere Onliner schon weiter. Allerdings haben die dafür mit einer stets steigenden Flut
an E-Mails zu kämpfen. Zwar ist Spam wohl der grösste Übeltäter, doch die Mannen und Frauen drüben bei den Analysten von Nielsen haben jetzt
herausgefunden, dass auch Social-Media-Nutzer immer mehr E-Mails provozieren. Je länger man sich auf Social-Media-Sites aufhält, desto mehr verbringe man mit dem E-Mail-Management. Besonders aktive Nutzer dieser sozialen Netzwerke sollen sogar noch mehr elektronische Post erhalten, als früher.
Insofern hat der Bund und die Städte, die den Zugriff etwa auf Facebook verweigern, also nicht ganz unrecht: Wer auf Facebook aktiv ist, muss sich dann auf der E-Mailseite auch noch mit Freundschaftsanfragen und Gruppeneinladungen herumschlagen. Da bleibt dann fürs Arbeiten wirklich nicht mehr viel Zeit.
Viel lieber wäre mir aber, wenn sich die Nielsens mal mit der Zeitvernichtungsmaschine von Oliver Thiel beschäftigen würden. Oliver, ein richtiger Onliner, betreibt mit ein paar Kumpels nämlich das Portal StayFriends. Da soll man seine Schulkameraden wieder finden können, was übrigens auch nicht schlecht funktioniert. Und damit auch wir Schweizer in den Genuss dieser Dienstleistung kommen, hat der Oliver vor einiger Zeit das Schweizer Pendant zu StayFriends gekauft. Seither schickt der Oliver ständig Mails und schreibt mir, dass sich wieder einer angemeldet hat, der meine schulische Laufbahn gekreuzt hat. Oder er meldet, dass mich jemand in die Kontaktliste aufgenommen hat. Ja, er meldet mir sogar, dass da noch ungelesene Nachrichten in meinem Postfach liegen, wenn einer meiner Klassenfreunde mir eine Nachricht auf seinem Portal hinterlassen hat.
Blöd allerdings, dass das Portal praktisch unbrauchbar ist, wenn man nicht "Gold-Member" ist. Als schnöder Nichtzahler kann man auf der Plattform dann nämlich all das sehen, was der Oliver ankündigt. Nur lesen kann man es nicht, denn die Nachrichten sind alle schön verwischt (ob der Oliver bei StreetView die Verwischungstechnik eingekauft hat?).
Und damit kommt neben der eigentlichen E-Mailflut auch noch die gehörige Ration Ärger dazu, die man sich mit dem Besuch der (unleserlichen) Plattform selbst eingehandelt hat. Was Oliver davon hält, bleibt übrigens im Dunkeln. Der schreibt zwar gerne Mails. Aber auf Anfragen antworten, das tut er dann doch nicht. Noch nicht mal sein Pressekontakt. Aber wahrscheinlich aind auch sie hoffnungslos überfordert mit dem E-Mail-Management. Nielsen, bitte übernehmen Sie!
Übrigens: Windows ist schrecklich, aber Mac-User sind
schaurige Replikaten-Mönche. - Laptops können fliegen,
zumindest mit Bienen. -
Gründen Sie doch ihr eigenes Orchester. (
BloggingTom)
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StayFriends Presse- und Öffentlichkeitsarbeit