BloggingToms Woche im Cyberspace XCIV
Programmierer sind schon ein spezielles Volk. Den ganzen Tag vor dem Bildschirm hocken, über Hunderte von Codezeilen hirnen und die dann auch noch fehlerfrei vom Hirn in den Editor zu übertragen ist schliesslich nicht ganz ohne. Naheliegend, dass also auch die Programmierer mal eine Abwechslung brauchen. Das hat Tradition, schliesslich gab es schon in den Konsolenspielen von früher "Geheimcodes", die irgend ein "Easter Egg", also zum Beispiel einen Gag anzeigen oder einen Geheimlevel eines Spiels, hervorbringen. In den Spielen des Herstellers Konami war es schon fast Pflicht, die Tastenkombination "hoch, hoch, runter, runter, links, rechts, links, rechts, B, A" einzugeben. Aber die Zeiten sind schliesslich schon längst vorbei.
Oder doch nicht? Selbst als alter Hase im Internet-Surf-Geschäft hab' ich erst jetzt bemerkt, dass auch die Web-Programmierer mal eine Auszeit brauchen und sich statt zu arbeiten lieber irgendwelchen versteckten Gimmicks widmen. Und so funktioniert der "Konami-Code" immer noch - in der heutigen Zeit ganz einfach auf
Webseiten. Zum Beispiel auf
Facebook: Gibt man dort den Code (inklusive "Enter" am Ende ein), erhält man beim Scrollen einen, äähm, Linseneffekt. Bei der amerikanischen Airline "
Southwest" fliegt dafür ein, na ja, nennen wir es einen Flugwal, über den Bildschirm. Handfester gehts beim
Google Reader zu: Da färbt sich nicht nicht nur die linke Seitenleiste ein, sondern man erhält auch (ungebetenen) Besuch irgendwelcher Comic-Ninjas. Und gar geballert wird bei
Adventure Quest Worlds. Die armen Steinböcke!
Wenn Programmierer also das tun, was sie eigentlich nicht sollten, kommen sie auf richtig seltsame Ideen. Das zeigt sich auch
am Beispiel einer Seite, die anzeigt, ob man eine nicht jugendfreie Seite im Internet besucht hat. Nur wer den Browser-Cache gelöscht oder eine andere, als die derzeit erst rund 400 in der Datenbank vermerkten "Erwachsenenseiten" besucht hat, kommt ungeschoren davon. Ganz fies aber wird es mit der E-Mail-Variante: Schickt man seinem "Opfer" (dem Chef?) einen personalisierten Link und klickt dieser darauf, erhält man bequem per E-Mail die Nachricht, ob diese Person sich vorher mal auf solchen Seiten getummelt hat. Ich bin mir sicher, dass Datenschützer Thür seine helle Freude daran hätte...
Allerdings: Auch wenn der Nutzen dieser Seite doch Fragen offen lässt, zeigt es, wie einfach es für Webseitenbetreiber ist, an unsere Daten heranzukommen. Zumindest manche unter uns haben inzwischen begriffen, dass man mit seinen persönlichen Daten im Internet sehr sorgfältig umgehen soll. Vergessen geht dabei unter anderem aber, dass es ein leichtes (weil "offiziell" vorgesehen) ist, die Browser-History, also eine Liste der zuletzt besuchten Webseiten, auszulesen. Und die kann, wenn es darauf ankommt, ziemlich viel über uns verraten.
Zum Schluss noch dies: Die 140 Zeichen bei Twitter reichen manchmal einfach nicht, aber was, wenn wir im
richtigen Leben auf 140 Zeichen beschränkt wären? Aber das ist eh nur Theorie: Männer reichen schliesslich
14 Zeichen - für Frauen gibts
1'400. (
BloggingTom)