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Mittwoch, 25.11.2009
Weitergegeben heisst nicht verkauft...

BloggingToms Woche im Cyberspace C
 
Zumindest laut (aber sicher nicht "spitz") dürften einige der Mitglieder der Partyföteli-Community "Lautundspitz.ch" geworden sein, als sie von einem Callcenter angerufen wurden und ihnen ein Krankenkassenvergleich aufgeschwatzt wurde. Bei vielen stellte sich nämlich die Frage, woher das Callcenter ihre persönlichen Daten haben könnte. Dass die Daten aus dem Bestand von "lautundspitz" stammen dürften, bestritt der Geschäftsführer des Partyportals nämlich noch gestern auf '20 Minuten'. Heute gibt man sich schon wesentlich kleinlauter und erklärt in einer Stellungnahme, dass man die Daten sehr wohl einer "fachkundigen Person" überlassen habe. Man hätte den hauseigenen Newsletter mit etwas Krankenkassenwerbung aufpeppen wollen, und darum der "fachkundigen Person" die Daten zur Prüfung übergeben.
 
Die von den Gründern ins Internet gestellte Stellungnahme ist zwar lang, aber doch etwas schwammig, denn Erklärungsbedarf besteht nach wie vor. Zum Beispiel, ob die Conbene GmbH, die sich im Besitz der drei "Lautundspitz"-Gründer befindet, in das Tun involviert war. Ob Zufall oder nicht - Conbene ist eine, wie es heisst, "von Versicherungsprofis" betriebene "unabhängige Schweizer Vergleichs- und Beratungsplattform für alle Versicherungsdienstleistungen", auf der, wen wunderts, aktuell auch Krankenkassenvergleiche angeboten werden.
 
So könnte es nämlich auch einfach sein, dass die Mitgliederdaten quasi intern verschoben wurden - von der "Lautundspitz Schweiz AG" zur "Conbene GmbH". Dass man Firmen im Dateigewimmel auf Computern nicht immer genau auseinanderhalten kann, ist ja bekannt. Und so ist die Aussage der "lautundspitz"-Gründer in ihrer Stellungnahme wohl auch nicht falsch, wenn sie behaupten, dass niemals Daten verkauft oder anders als in den AGB vorgesehen verwendet wurden. Kunststück, denn in den AGBs heisst es auch wörtlich, dass die Firma das Recht habe, "jederzeit bei Bedarf Informationen zu überwachen, zu prüfen, zu speichern und/oder weiter zu geben." Und weitergeben heisst nun mal nicht verkaufen…
 
Haben Sie übrigens bemerkt, dass diese Kolumne heute bereits zum Hundertsten Mal hier bei inside-it.ch erscheint? Ich auch nicht, denn bisher sind weder Champagner noch eine Einladung zu einer dreiwöchigen Karibik-Kreuzfahrt hier eingetroffen. Aber eigentlich ist das auch nicht nötig, denn geändert hat sich seit dem 7. November 2007 nicht viel. So bestehen etwa Easyjet und der deutsche Automobilclub ADAC noch immer auf ihren weltfremden Verlinkungsregeln, den Japanern stinkt es in Lausanne immer noch und der "Kassensturz" spioniert weiterhin Konsumenten aus. Es bleibt also weiterhin viel zu tun…
 
Zum Schluss noch dies: Medienmitteilungen müssen nicht langweilig sein - zumindest bei der Bremer Polizei. Vorsicht vor Kinderspielplätzen. Die können ganz schön gefährlich sein. - Nach so einer Fahrt könnte es schon sein, dass man Googles neueste Dienstleistung, Google Toilet in Anspruch nehmen muss. (BloggingTom)

Kommentare:
Leu Christian Hallo Tom
Gratuliere zu deiner 100sten Kolumne! Gut gemacht und sofern ich es jeweils mitkriege lese ich immer mit! Auf die nächsten 100!
 
Gruss Leu
 
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