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Mittwoch, 13.05.2009
EU brummt Intel eine Milliardenstrafe auf

1,06 Milliarden Euro Bussgeld: Die EU-Kommission packt den dicken Knüppel aus.
 
Die EU-Kommission hat heute dem Chipriesen Intel eine Strafe von 1,06 Milliarden Euro wegen Missbrauchs seiner dominanten Marktstellung auferlegt. "Das ist die höchste Busse, zu der wir uns jemals entschlossen haben", kommentierte dies die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Millionen von Konsumenten in Europa waren über fünf Jahre hinweg betroffen. Die Höhe der Strafe sollte deshalb keine Überraschung sein." Die Kommission ist zum Schluss gelangt, dass Intel unter anderem durch illegale Rabatte und direkte Zahlungen an Hersteller und Reseller seine Konkurrenten, insbesondere AMD, auf dem Markt behindert habe.
 
Die EU-Kommission hatte die Geschäftspraktiken Intels aufgrund einer Klage von AMD aus dem Jahre 2005 untersucht. Dass die EU-Wettbewerbshüter Intel tendenziell für schuldig halten, ist seit rund zwei Jahren bekannt. Seither schwebte die Gefahr einer milliardenschweren Strafe über dem Haupt von "Chipzilla". Theoretisch hätte das Bussgeld bis zu rund 3,7 Milliarden Dollar betragen können.
 
Obwohl es nun nicht ganz so schlimm gekommen ist, wird Intel natürlich Rekurs einreichen. Intel-CEO Paul Otellini erklärte heute in einem Statement zum Urteil: "Intel hat starke Einwände gegen diese Entscheidung. Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht richtig ist und dass die Besonderheiten eines hoch wettbewerbsintensiven Marktes ausser Acht gelassen wurden. Dieser Markt bringt ständig Neuheiten hervor, die Produkte verbessern sich fortwährend, und das bei gleichzeitig sinkenden Preisen. Der Endverbraucher hat absolut keinen Schaden erlitten … In einem Markt mit nur zwei grossen Anbietern ist es ganz natürlich, dass wenn ein Anbieter einen Auftrag gewinnt, der Andere diesen Auftrag verliert."
 
Ausserdem äusserte Otellini einige Vorwürfe an die Adresse der Untersuchungsbehörde: "Die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission hat wesentliches Beweismaterial, das den in der Entscheidung aufgeführten Erklärungen widerspricht, ausser Acht gelassen oder es abgelehnt, dieses einzuholen. Wir sind der Meinung, dass dieses Beweismaterial zeigt, dass Unternehmen vom Markt bei guter Leistung belohnt werden. Bei schlechter Leistung reagiert der Markt entsprechend anders." (Hans Jörg Maron)
 
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