RFID-Handys bieten nach Meinung von Ericsson nur Vorteile. Sogar Kreditkartenbetrug soll damit verunmöglicht werden.
Alle neuen Ericsson-Handys sollen ab 2010 mit einem RFID-Chip ausgeliefert werden und würden so beispielsweise als Haus- oder Autoschlüssel genutzt werden können. Dies sagte Hakan Djuphammar, Vice President für Systemarchitektur bei Ericsson, an einer Konferenz in Stockholm. Die Geräte sollen mit bidirektionalen Chips ausgestattet werden, die sowohl als Transponder als auch als Lesegerät eingesetzt werden können. Nicht bekannt ist, ob die Handy-Nutzer die Funktionen des RFID-Chips auch manuell ausschalten können.
Für Djuphammar sind die RFID-Chips in Handys zukunftsweisend: "Unzählige Dinge werden durch RFID ermöglicht - ein kleines Stück Technologie, aber mit einem Ökosystem um sich herum, das enorme Möglichkeiten für Innovation eröffnet" und nannte Kreditkartenunternehmen als weitere Nutzniesser für eine Handy-RFID-Anwendung. Diese könnten etwa durch die Nutzung von Standortdaten eruieren, ob sich die Kreditkarte bei einer Zahlung in der Nähe des Mobiltelefons
befindet. "Wenn sich aber das Handy plötzlich von dem Ort an dem die Kreditkarte benutzt wird entfernt, können die Unternehmen benachrichtigt werden, um diese konkrete Transaktion zu überprüfen - es ist höchstwahrscheinlich Betrug, weil das Handy und die Kreditkarte nun getrennt sind", erklärte Djuphammar weiter. Auch Strassenkarten oder Stauwarnungen würden sich so generieren lassen und etwa an Anbieter von Navigationsgeräten verkaufen.
Eine "Win-Win-Situation", wie Djuphammar die RFID-Technik in Handys nannte, wird es für Datenschutzaktivisten allerdings nicht sein, schliesslich sind damit auch etliche Überwachungsszenarien denkbar. Zwar lassen sich beispielsweise Bewegungsprofile schon mit heute verfügbaren Technologien erstellen. Die geplante Implementierung von RFID-Chips in Alltagsgeräte stellt jedoch eine neue Dimension von möglichen Überwachungsmöglichkeiten dar. (bt)