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Montag, 20.07.2009
Pro und Contra zur Solothurner Linux-Strategie

'Solothurner Zeitung' lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen.
 
In der 'Solothurner Zeitung' (bzw. im 'Sonntag') war gestern eine Art Schlagabtausch zum Thema Linux in der Verwaltung zu lesen. Zu Wort kommen Matthias Stürmer, der als Vorstandsmitglied der Swiss Open Systems User Group die "Pro"-Seite vertritt, und SVP-Kantonsrat Roman S. Jäggi, der sich zum "Contra"-Lager zählt. Online findet man leider nur den Beitrag von Stürmer, und zwar auf dem Blog der Parlamentarischen Open-Source-Gruppe.
 
Stürmer geht auf den "entscheidenden Vorteil" bei Open-Source-Software ein – nämlich die Lizenz, die Anpassungen an eigene Bedürfnisse erlaubt. Zusätzlich seien die Anwender weniger von Lieferanten abhängig. Auch intensiviere die wieder gewonnene Wahlfreiheit den Wettbewerb unter den Anbietern. "So werden Innovationen gefördert und die Preise gesenkt", meint der Open-Source-Anhänger.
 
Jäggi hingegen betont in seinem Beitrag vor allem die Problematik von Open-Source-Anwendungen wie etwa OpenOffice. Die kantonale Verwaltung müsse jede mit OpenOffice erstellte Datei, die sie an einen Bürger mailen will, zuerst in ein PDF oder eine passende Microsoft-Datei umwandeln. Zudem würden viele in der kantonalen Verwaltung eingesetzte Programme auf Linux gar nicht laufen. Der Kanton Solothurn habe jetzt "mehr Aufwand, mehr Ärger und mehr Kosten", so Jäggi. (Maurizio Minetti)

Kommentare:
Theo Schmidt Ich habe den ganzen gedruckten Artikel lesen können. Herr Jäggi ist schlecht informiert, wenn er z.B. dem von Solothurn verwendeten Programm Open Office Format-Inkompatibilität vorwirft, obwohl gerade Open Office und seine Derivate sowohl mit Standard- als auch Fremdformaten besser umgehen können als z.B. die Office-Programme von Microsoft.
 
Eine gute Lösung als Publikumsformat für Verwaltungen ist das neue Hybrid-Format, mit welchem Open Office die beiden Standards PDF und ODF (Open Document Format) in einer Datei vereint. Der normale Leser sieht ein PDF, aber wenn eine Bearbeitung nötig ist, ist die Quelldatei als ODF eingebettet.
 
Die von Herrn Jäggi favorisierte Lösung mit Microsoft Office ist schlechter, da das neue Eigenformat OOXML viel weniger verbreitet ist als ODF und die sehr populären alten MS-Office Formate veraltet und mit vielen Nachteilen behaftet sind. MS-Office schreibt neuerdings zwar auch ODF-Dateien, aber nicht so, dass die anderen Programme diese korrekt lesen können.
 
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