Swisscom investiert "zweistelligen Millionenbetrag bis 2012".
Der
Wettlauf zwischen verschiedenen Rechenzentrumsanbietern verschärft sich. Denn nach Green, E-Shelter und Equinix steigt nun auch Swisscom ins Rennen.
Wie der Schweizer Ex-Monopolist an einer Medienkonferenz heute mitteilte, will man "bis 2012 einen zweistelligen Millionenbetrag in den weiteren Ausbau von Räumen für Rechenzentren" ausbauen.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Gesetzliche Vorschriften zwingen immer mehr Unternehmen, ihre Rechnerinfrastrukturen sicherer unterzubringen und in gewissen Fällen mit einem zweiten Backup-RZ abzusichern. Dafür gibt es heute zu wenig Platz in hochsicheren, mit redundanten Infrastrukturen für Strom und Kühlung ausgerüsteten Rechenzentren.
Zürich zuerstBesonders frappant ist der Mangel an Rechenzentrumsplatz im Raum Zürich. Folgerichtig will Swisscom das RZ in Zürich-Herdern bis 2010 für mehr als 20 Millionen Franken ausbauen und nach der Fertigstellung total 3'000 Quadratmeter Fläche anbieten. Danach sollen "etappenweise
und gemäss Kundenbedarf" weitere Rechenzentren ausgebaut werden. Swisscom erwähnte Zürich Enge, Basel-Grosspeter, Zug-Steinhausen, Lausanne-Savoie, Genf-Montbrillant und Bellinzona-Pelladini. Insgesamt will Swisscom bis in zwei Jahren bis zu 10'000 Quadratmeter RZ-Fläche zur Verfügung stellen.
Hat die Schweiz eine RZ-Blase?Swisscom ist mithin der vierte Player, der den aktuellen Mangel an Platz in hochsicheren Rechenzentren ausnützen und rasch ein Angebot aufziehen will.
Der deutsche RZ-Spezialist E-shelter plant in Rümlang
einen Neubau mit über 10'000 Quadratmeter im Endausbau, Green will
in Lupfig gleich 100 Millionen Franken verbauen und Equinix (früher iXeurope) will in Oberengstringen
die alte Blumenbörse mit ebenfalls 10'000 Quadratmetern RZ-Fläche ausbauen. Noch unbekannt ist, was die Glattbrugger Interxion im Schilde führt und welche Pläne Colt und IBM im Hostinggeschäft hegen.
Ob sich da nicht in der Schweiz eine kleine, hübsche Blase aufbaut? Swisscom hat gegenüber den Mitbewerbern im Housing-Geschäft auf jeden Fall einen strategischen Vorteil: Geld. (Christoph Hugenschmidt, Undercover-Recherche:
Peter Hogenkamp)