Wettbewerbsbehörde stellt Vorabklärung ein. "IG SAP Wartung CH" ist trotzdem zufrieden. SAP sowieso.
Die Wettbewerbskommission (Weko) wird keine Untersuchung zum SAP-Supportmodell einleiten. Dies teilte heute SAP Schweiz mit. Die Weko habe ihre Vorabklärung "ohne weitere Folgen " eingestellt. SAP begrüsst die Entscheidung, während auch die "Interessengemeinschaft SAP Wartung CH", welche
vor einem Jahr die Weko eingeschaltet hatte, konziliantere Töne anschlägt.
Seit dem Entscheid von SAP Mitte Januar,
den Standard-Support neben dem Enterprise-Support auch in der Schweiz wieder zuzulassen, hat sich der Streit zwischen einer grossen Gruppe von SAP-Kunden und SAP entspannt. So schreibt auch SAP in der heutigen Mitteilung, dass mit der Wiedereinführung des Standard-Supports der Vorwurf der fehlenden Wahlfreiheit beim Support für SAP-Applikationen "vom Tisch" sei.
Die "IG SAP Wartung CH" betont in einer Mitteilung zwar, dass die schriftliche Beschlussbegründung
der Weko noch nicht vorliege. Doch grundsätzlich sieht auch die IG ein, dass SAP mit der Wiedereinführung des Standard-Supports die Anforderung nach einem Wahlmodell erfüllt hat und die Weko folglich keinen Grund mehr hat, ein Verfahren einzuleiten.
Für die IG scheint sich die Mühe aber gelohnt zu haben. Die Weko habe die starke Marktstellung von SAP in der Schweiz erkannt, sei sensibilisiert und werde die weitere Entwicklung "genau im Auge behalten", ist sich die IG sicher. SAP-Kunden könnten sich bei Missbrauch der Marktstellung weiterhin an die Weko wenden. Und sollte SAP den Standard-Support verschlechtern, könne man die Weko wieder auf den Plan rufen.
Offene FragenDoch auch mit der Wiedereinführung des Standard-Supports bleiben gewisse Forderungen der IG nicht erfüllt. Sie bemängelt, dass weiterhin keine Modularität und keine Wahlfreiheit für den Bezug von Zusatzservices angeboten werden. Auf die Forderung nach Anpassung von AGBs und Vertragsgrundlagen werde seitens SAP nicht eingegangen; nach wie vor versuche SAP Vertragsänderungen über Automatismen durchzusetzen. Weiter gäbe es Dissens bezüglich der vertraglichen Situation beim Wechsel des Wartungsmodells in der Schweiz. Die IG beklagt schliesslich die weiterhin fehlende Liberalisierung des Marktes für Drittwartungsanbieter.
Die IG, die aus 50 Schweizer Firmen mit einer SAP-Lizenzsumme von zusammen über 250 Millionen Franken besteht, werde es deshalb auch in Zukunft brauchen, sagt deren Sprecher Peter Hartmann. Das nächste Meeting findet am 10. März statt. (Maurizio Minetti)