Europäische und Schweizer Unternehmen sind noch unschlüssig in Sachen Cloud. Servervirtualisierung in Rechenzentren weit fortgeschritten, Automatisierung noch nicht.
CA hat in 14 west- und nordeuropäischen Ländern, darunter auch der Schweiz, eine Studie zu Virtualisierung, Automatisierung und Cloud-Computing in den Rechenzentren von Unternehmen durchführen lassen.
Wenig überraschend ist Servervirtualisierung bereits weit verbreitet, wenn auch mit überraschend grossen regionalen Unterschieden. Insgesamt haben 70 Prozent der Unternehmen bereits Servervirtualisierung eingeführt oder planen dies. Am Virtualisierungsfeifrigsten ist man in unserem östlichen Nachbarland Österreich, wo bereits 83 Prozent zumindest mit der Planung begonnen haben. Die Schweiz ist mit 77 Prozent auch schon sehr weit. Am anderen Ende der Skala befinden sich Spanien und Belgien mit erst 11 beziehungsweise 14 Prozent.
Bei den Unternehmen, die ihre Server virtualisieren, sind die Projekte im Schnitt auch schon recht weit gediehen. Nur rund 15 Prozent befinden sich noch in der Planung, rund 23 Prozent haben
die Virtualisierung schon komplett umgesetzt. Auf einer Skala von 1 (Planung begonnen) bis 5 (Komplett umgesetzt) liegt der durchschnittliche Reifegrad bei 3,15.
Ganz anders sieht es bei der Automatisierung der virtuellen Umgebungen aus. Von den befragten Schweizer Unternehmen haben beispielsweise erst 34 Prozent mit der Umsetzung von Mechanismen zum automatischen Provisioning von virtuellen Maschinen begonnen oder planen dies zumindest. Beim automatischen De-Provisioning sind es 23 Prozent, bei der dynamischen Ressourcenzuteilung 31 Prozent. (Im europäischen Schnitt liegen diese Zahlen jeweils noch leicht tiefer.)
Entsprechend ist auch die Umsetzung meist noch im Anfangsstadium. In der erwähnten Skala sind die Projekte meist noch in den Phasen 1 (Planung begonnen) und 2 (erste Umsetzungen.)
Cloud-Computing: Ähmm...Beim Cloud-Computing, dem Bezug von Rechenleistung oder Applikationen über das Internet, ist die Haltung der Kunden weiterhin gespalten. Im Schnitt aller untersuchten Länder tendieren mittlerweile 40 Prozent dazu, Cloud-Computing als Treiber für eine nachhaltige Veränderung der IT-Landschaft zu sehen. Immer noch 32 Prozent sehen darin aber eine eher vorübergehende Modeerscheinung und der grosse Rest von 28 Prozent ist sich komplett unschlüssig. In der Schweiz betrachten 17 Prozent der Befragten Cloud-Computing ganz klar als vorübergehenden Hype und weitere 54 Prozent sind zumindest skeptisch oder unschlüssig.
Ein Ursache dafür dürfte sein, dass gegenwärtig noch keiner der möglichen Vorteile von Cloud-Computing auch eine Mehrheit der Kunden überzeugt. Im Gesamtschnitt der Studie wurden die allgemeine Zugänglichkeit und das Pooling von Ressourcen am Häufigsten als interessante Aspekte des Cloud Computing genannt. Auch diese Punkte erreichten aber nur je 27 Prozent der "Stimmen", gefolgt vom Self-Service nach Bedarf (23 Prozent) und der schnellen Anpassbarkeit 22 Prozent. Einer der von den Anbietern am häufigsten angepriesenen Vorteile, die präzise Abrechnung der Services beziehungsweise die Voraussehbarkeit der Kosten, überzeugt dagegen international nur 14 Prozent und in der Schweiz sogar nur 3 Prozent der Befragten. (Hans Jörg Maron)
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