Millionen-Busse gegen Swisscom bestätigt

8. Juni 2022 um 12:18
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Screenshot: Blue Sport / Youtube

Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Weko-Busse in der Höhe von 71,8 Millionen Franken gegen Swisscom bestätigt. Anlass ist die Vermarktung von Sportinhalten im Pay-TV.

Swisscom hat einen Rechtsstreit verloren. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine von der Wettbewerbskommission (Weko) gegen Swisscom und Cinetrade verhängte Sanktion von 71,8 Millionen Franken im Zusammenhang mit der Vermarktung von Sportinhalten bestätigt.
Die Weko hatte die Busse im Juni 2016 verhängt. Sie warf Swisscom und Cinetrade (heute Blue Entertainment) unzulässiges Verhalten bei der Vermarktung von Sportinhalten über Pay-TV in der Zeit von 2002 bis 2012 vor. Die Weko stellte fest, dass Swisscom mit ihren Tochtergesellschaften bei der Live-Übertragung von Spielen der Schweizer Fussball- und Eishockeymeisterschaft sowie von gewissen ausländischen Fussballmeisterschaften im Pay-TV marktbeherrschend war.
Swisscom habe die Marktbeherrschung in mehrfacher Hinsicht missbraucht, hiess es damals von der Weko zur Busse. So habe das Unternehmen einigen Konkurrenten jegliches Angebot für die Ausstrahlung von Live-Sport auf deren Plattformen verweigert. Anderen Konkurrenten wie zum Beispiel Cablecom habe Swisscom nur Zugang zu einem reduzierten Sportangebot gewährt.
Swisscom und Blue Entertainment seien nach wie vor überzeugt, sich beim Vermarkten von Sportinhalten rechtmässig verhalten zu haben, teilte Swisscom mit. Die hohen Investitionen von Swisscom und Cinetrade in den Jahren 2002 bis 2012 hätten ein minimal erweitertes Sportangebot bei der Verbreitung über die Swisscom TV-Plattform gerechtfertigt. Nur so hätten die Investitionen damals genügend geschützt werden können. Laut Mitteilung bestehe das Problem aktuell nicht mehr. Derzeit erhielten alle TV-Kunden und Kundinnen den gesamten Sport-Content von Swisscom/Blue und Sunrise UPC. Davon würden auch kleinere Anbieter auf dem TV-Markt profitieren und könnten die Sportinhalte von den beiden Anbietern beziehen. Swisscom analysiert das Urteil derzeit und prüfe einen Weiterzug an das Bundesgericht. Die Busse wird laut den Angaben den operativen Gewinn (EBITDA) im zweiten Quartal belasten. Die Ziele für das Gesamtjahr blieben jedoch unverändert, so die Mitteilung

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