70% der Schweizer Industriebetriebe Opfer von Cyberattacken

23. Juni 2022, 12:02
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Foto: Clint Patterson / Unsplash

Eine Mitgliederbefragung des Branchenverbands Swissmem zeigt, dass mehr als Zweidrittel der Firmen mindestens einmal attackiert wurden, einzelne sogar mehr als 20-mal.

Eine Umfrage unter den Swissmem-Mitgliedfirmen zeigt, dass in den letzten zwei Jahren 70% der Unternehmen Ziel von mindestens einer Cyberattacke wurden. Der Branchenverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie hat 1200 seiner Mitglieder zur Sicherheitslage der letzten 2 Jahre befragt. 271 hatten geantwortet. Von ihnen seien 190 Ziel von mindestens einer Attacke gewesen, einzelne Firmen seien sogar mehr als 20-mal angegriffen worden. Cyber-Attacken haben demnach bei 50 der befragten Unternehmen (18,2%) einen Schaden von 100'000 bis zu einer Million Franken verursacht.
Laut einer Mitteilung war mit 50% CEO-Fraud die häufigste Angriffsart. Von Phishing-Attacken hätten 43% der Befragten berichtet. Gut 20% der Firmen seien Opfer von Schadsoftware wie Viren, Würmern und Trojaner sowie von Hackerangriffen gewesen. Und Social Engineering, das gezielte Ausspionieren der Mitarbeitenden, habe etwas mehr als 16% der Swissmem-Mitglieder betroffen, schreibt der Verband.
Interessant ist bei den Resultaten, dass die Mehrheit der angegriffenen Firmen (58,3%) glaubt, dass sie zufällig als Opfer ausgewählt wurden. Nur jede 5. Firma meinte, sie sei gezielt angegriffen worden. Weiter hat die Befragung ergeben, dass die Swissmem-Mitgliederfirmen im Durchschnitt 25 Schutz- und Interventionsmassnahmen im Einsatz haben. Dies habe dazu geführt, dass bei knapp 14 % der Befragten die Vorfälle keine Folgen hatten oder bei 68,4% die Angriffe kurzfristig behebbar waren. Bei jeder 6. Firma oder 15,8% der Befragten führte der Angriff jedoch zu spürbaren betrieblichen Einschränkungen.

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