AMD schlägt sich durch, Intel-CEO muss einbüssen

1. Februar 2023 um 13:14
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Foto: Olivier Collet / Unsplash

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage kann sich AMD gut behaupten. Beim Konkurrenten sieht es anders aus: Intel spart bei den Löhnen – auch CEO Pat Gelsinger muss einstecken.

Nach akuter Chip-Knappheit in der Pandemie macht Halbleiterfirmen nun ein Überangebot zu schaffen, vor allem da deutlich weniger PCs und Smartphones gekauft werden. Ein Branchenplayer kommt mit dieser Lage bisher besser als andere zurecht.
Der Chipkonzern AMD kommt dank guter Geschäfte mit Rechenzentren sowie der Luftfahrt- und Autoindustrie besser durch die aktuellen Turbulenzen der Halbleiter-Branche als seine Rivalen. Zuwächse in diesen Bereichen konnten bei AMD den Einbruch im Geschäft mit Prozessoren für Personal Computer im vergangenen Quartal mehr als ausgleichen. Der südkoreanische Flash-Speicher-Spezialist Hynix wurde dagegen schwer vom Preisverfall in dem Geschäft erwischt und rutschte tief in die roten Zahlen.
Insgesamt legte der AMD-Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 16% auf rund 5,6 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Unterm Strich gab es einen schmalen Gewinn von 21 Millionen Dollar nach 974 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Geschäft mit Rechenzentren läuft sehr gut

Bei PC-Chips halbierte sich der AMD-Umsatz im Jahresvergleich auf gut 900 Millionen Dollar. Der Bereich verbuchte einen operativen Verlust von 152 Millionen Dollar nach einem positiven Ergebnis von 530 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Im Geschäft mit Rechenzentren gab es dagegen ein Umsatzplus von 1,16 auf 1,65 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 444 Millionen Dollar.
Ausgezahlt hat sich für AMD der Kauf der Firma Xilinx, die auf Chiplösungen unter anderem für Flugzeuge sowie Autos und verschiedene Elektronikgeräte spezialisiert ist. Der Umsatz in dem Bereich sprang mit dem Zukauf von 71 Millionen Dollar vor einem Jahr auf fast 1,4 Milliarden Dollar hoch. Die AMD-Aktie legte im vorbörslichen Handel am Mittwoch zeitweise um rund 3% zu.
"Es ist fair zu sagen, dass wir angesichts dessen, wo wir bei den Lagerbeständen der Kunden stehen, davon ausgehen, dass die erste Hälfte sicherlich niedriger ausfallen wird. Wir erwarten eine gewisse Verbesserung in der zweiten Hälfte", sagte AMD-CEO Lisa Su zum Ausblick auf das laufende Jahr.

AMD vs. Intel

Die AMD-Zahlen stehen im scharfen Kontrast zu denen des grossen Rivalen Intel, wo auch das Geschäft mit Rechenzentren im vergangenen Quartal um ein Drittel schrumpfte. AMD hatte schneller neue Chipgenerationen auf den Markt gebracht, während Intel von Problemen in der Entwicklung gebremst wurde. Im abgelaufenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unterm Strich gab es einen Verlust von 664 Millionen Dollar nach einem Gewinn von gut 4,6 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie Intel mitteilte.
Im Geschäft mit Chips für PCs fiel der Umsatz um fast 36% auf 6,6 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis des Bereichs brach auf nur noch 699 Millionen Dollar ein – von rund 3,8 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Intel spart bei Löhnen

Die Einbruchszahlen bei Intel wirken sich deutlich auf den Konzern aus. Nachdem Intel 2022 bereits Tausende Angestellte entlassen hat, sollen die noch vorhandenen Mitarbeitenden nun weniger Gehalt bekommen.
Gespart wird auf fast allen Ebenen. Lediglich die unteren Gehaltsstufen können aufatmen. Die Gehaltsstufen 7 bis 11, vom Senior Engineer bis zum Senior Principal Engineer, bekommen 5% weniger Gehalt. Vice Presidents müssen zukünftig auf 10% verzichten, das Leitungsteam auf 15%. Bei CEO Pat Gelsinger werden sogar 25% gestrichen, heisst es bei der Nachrichtenagentur 'Reuters'.

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