Armasuisse und EPFL-Spinoff arbeiten an Cybersicherheits-Software

6. September 2022, 12:38
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Juan Troncoso Pastoriza (r.), CEO von Tune Insight. Foto: ITU Pictures / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Armasuisse und das EPFL-Spinoff "Tune Insight" arbeiten gemeinsam an einer neuen Cyber-Defense-Software. Dafür kooperieren sie mit dem Unispital Zürich und weiteren kritischen Infrastrukturen.

Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse und das EPFL-Spinoff Tune Insight haben eine Kooperation bekannt gegeben. Gemäss einer Mitteilung arbeiten sie gemeinsam an der von Tune Insight entwickelten Cyber-Defence-Software. Um die neue Lösung zu erproben, sind verschiedene kritische Infrastrukturen im Gesundheitswesen mit an Bord – darunter auch das Universitätsspital Zürich.
Armasuisse will die Software des Lausanner Startups für den sicheren Austausch von Bedrohungsdaten testen. Die Lösung enthalte eine umfassende Datenbasis, aufgrund derer die Muster neuer Vorfälle ermittelt und modernste Modelle für die Voraussage und Aufdeckung solcher Ereignisse trainiert werden, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Ziel der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit sei es, dass sich Schweizer Organisationen, beispielsweise Betreiber kritischer Infrastrukturen im Gesundheitswesen, gemeinsam besser gegen Cyberangriffe verteidigen können.

Kritische Informationen: Startup will "Trittbrettfahrer-Problem" lösen

Die derzeitigen Bestrebungen zum Austausch von Bedrohungsdaten (zum Beispiel die Malware Information Sharing Platform, MISP oder OpenCTI) basieren auf einer zentralen (replizierten) Datenbank, über die alle teilnehmenden Einrichtungen ihre Bedrohungsdaten austauschen müssen.
Informationen zur Cybersicherheit sind hochsensibel und vertraulich. Dies führt zu einem Spannungsverhältnis zwischen den Vorteilen einer verbesserten Reaktionsfähigkeit auf Bedrohungen und den Nachteilen einer Weitergabe kritischer Informationen an Dritte. Die Software des Lausanner Startups will dieses "Trittbrettfahrer-Problem" lösen und den Beteiligten ermöglichen, kritische und wertvolle Cybersicherheits-Informationen gemeinsam zu nutzen, ohne einander Details übermitteln oder offenlegen zu müssen.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation 'Medinside.ch'.

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