BloggingToms Woche im Cyberspace

Teil III
 
An Google kommt man im Internet heute fast nicht mehr vorbei. Kein Wunder also, dass die Quasi-Monopolstellung auch dazu führt, dass Surfer nicht mehr "suchen" sondern "googlen". Doch das Image des Konzerns hat in den letzten Monaten Kratzer abbekommen. Nicht nur das eifrige Datensammeln und der damit verbundene Datenschutz rufen immer wieder Kritik hervor, sondern auch die jüngsten "Bestrafungen" von Webmastern, welche Textlinks auf ihren Seiten verkauften oder bezahlte, jedoch gekennzeichnete Rezensionen veröffentlichten. Google senkte in mehreren Schritten den sogenannten Pagerank, welcher, etwas vereinfacht gesagt, die Popularität der Webseiten widerspiegelt. Da der Pagerank bis heute allenorten in die Preisberechnung von Textlinks und Rezensionen einfliesst, dürfte Google seinem Ziel, solche Praktiken zu unterbinden, wohl schon einen grossen Schritt näher gekommen sein. Schliesslich riskiert jeder Webseitenbetreiber, der nicht mit Google kooperiert, aus dem Suchindex gelöscht zu werden und damit im Internet so gut wie nicht mehr gefunden zu werden.
 
Dabei bleiben jedoch Fragen offen: Google argumentiert, dass mit solchen Textlinks und Rezensionen die Suchergebnisse manipuliert werden können und man deshalb dagegen vorgehe. Die Herabstufung des Pageranks der betroffenen Seiten zeigt aber, dass Google offenbar in der Lage ist, solche gemäss Webmaster-Guidelines "unerlaubten Praktiken" zu erkennen. Warum also werden die betroffenen Links nicht einfach gefiltert, wie das mit anderen Webseiteninhalten schon lange gemacht wird?
Nahe liegt zumindest der Verdacht, dass beim Suchmaschinengiganten versucht wird, die eigenen Pfründe zu schützen, schliesslich ist das AdSense/AdWords-Werbemodell das einzige Produkt, das grosse Gewinne abwirft. Das Abwürgen von Konkurrenzmodellen dürfte da ein naheliegender Schritt sein. Einges mehr zu meinem Blogger-Ärger mit Google finden Sie unter anderem hier auf BloggingTom.ch.
 
Auch Konkurrent Yahoo hat Probleme mit schützenswerten Daten und versucht sich derzeit in Schadensbegrenzung. Nachdem der Portalbetreiber in den Jahren 2002 und 2004 offenbar E-Mails und IP-Adressen an die chinesischen Behörden weitergegeben hatte, sind die zwei Demokratie-Aktivisten Wang Xiaoning und Shi Tao zu zehn Jahren Gefängnis wegen "Subversion des Staates" bzw. "Verrat von Staatsgeheimnissen an ausländische Websites" verurteilt worden. Doch Yahoo hat nicht mit den Familien der Verurteilten gerechnet: Nachdem diese den Konzern in den USA verklagt hatten, wurde nun ein Vergleich geschlossen. Obwohl Yahoo sich nicht für schuldig erklärt, wird nun eine nicht veröffentlichte Summe an die beiden Familien gezahlt. Sogar Yahoo-Firmengründer Jerry Yang soll sich gemäss US-Medien persönlich bei den Klägern entschuldigt haben.
 
Und zum Schluss noch dies: Können Sie sich noch an die guten alten Telefonkabinen mit Münzeinwurf erinnern? Die Moderne forderte ihren Tribut und das Münz in der Tasche konnte nicht mal mehr fürs Telefonieren gebraucht werden. Stattdessen durfte man gaaanz moderne Taxcards an den Kiosken kaufen. Doch Retro ist in, auch bei den Telefonkabinen, pardon Publifonen: "Dieses neue Publifon akzeptiert auch Münzen!" Wahrlich fast eine Weltneuheit… (BloggingTom)