Abacus im Investitionsmodus

Umsatz im Kerngeschäft auf hohem Niveau stabil, Übernahme bringt leichte Steigerung. Langsame Adaption des Marktes von "digital ERP". Hohe Investitionen in die Weiterentwicklung der Software.
 
Die St. Galler Abacus konnte letztes Jahr den Umsatz um 4,4 Prozent steigern. Damit dürfte Abacus letztes Jahr gut 32,5 Millionen Franken umgesetzt haben. Wie Abacus-Sprecher Thomas Köberl sagt, kam die Umsatzsteigerung vorwiegend aufgrund der Übernahme von Arco Software zustande. Stark zugelegt, nämlich um neun Prozent, hat hingegen das Geschäft mit Neuverkäufen, während das Upgrade-Business eher harzig lief. Wie uns Köberl erklärte, liegt das einerseits daran, dass 2006 viele Unternehmen wegen des neuen Lohnausweises einen Upgrade vornahmen. Andererseits gibt er aber freimütig zu, dass der Markt Abacus' fortschrittliches "digital ERP" (digitale Archivierung aller Buchhaltungsdaten) nur langsam adaptiert.
 
Schnell scheint es hingegen mit der Akzeptanz der SaaS-Version (Online-Mietsoftware) der Abacus-Buchhaltung zu gehen. So konnte alleine der Abacus-Partner BDO Visura bereits 100 KMU, die Abacus light einsetzten, zur Migration auf AbaWebTreuhand überzeugen.
 
Hohe Investitionen
Klar am schnellsten wächst bei Abacus die Zahl der Angestellten, die um über 10 Prozent auf nun 180 anstieg. Der Grund: Abacus arbeitet mit Hochdruck an zwei Grossprojekten. Einerseits die Entwicklung einer eigenen Bausoftware (AbaBau). Diese wird jetzt bei einem ersten Pilotkunden eingeführt, die Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen. Das andere Grossprojekt ist die komplette Neuentwicklung der klassischen Abacus Finanzsoftware in Java um sie webfähig zu machen. Hier ist die Entwicklung der Finanz- und Lohnmodule abgeschlossen, wie Köberl sagt. Mit dem Auftrag und der Leistungsabrechnung bleiben aber noch grosse Brocken übrig. Wie auch immer: Solange die Verkäufe von Neulizenzen weiterhin steigen. wird man sich um Abacus keine Sorgen machen müssen. (Christoph Hugenschmidt)