green.ch verkauft und mit TIC fusioniert

Lang erwartete Konsolidierung in der ISP-Szene: Franz Grüters Solution25 übernimmt die Brugger green.ch und legt sie mit TIC zusammen. Honegger geht.
 
Mit der Brugger green.ch und der Zuger TIC The Internet Company fusionieren zwei der bekanntesten Internet-Provider der Schweiz. Die neue Firma wird unter dem Namen "green.ch The Internet Company" segeln und rund 80 Mitarbeitende beschäftigen.
 
Mit der Fusion entsteht ein starker, unabhängiger Player im Markt für KMU-Internet-Dienstleistungen. green.ch bringt eine grosse Zahl von Firmen- (ca. 70 %) und Privatkunden für Webhosting, Connectivity-Dienstleistungen, Hosted Exchange und Storage in die Fusion, während TIC stark bei der Vernetzung zwischen Firmenstandorten ist. TIC besitzt einen eigenen IP-Backbone in der Schweiz und hat etwa 70 PoPs. Zudem steuern die Innerschweizer als Spezialität eine eigene Niederlassung in China bei.
 
green.ch The Internet Company ist nach eigenen Angaben die Nummer 1 in der Schweiz mit gehosteten E-Mail-Lösungen (Hosted Exchange) und mit Internet-Verbindungen nach China. Zudem hat die neue Firma Rechenzentren in Zürich, Brugg, Luzern/Kriens, Bern und Genf.
 
Grüter am Ruder - kein Stellenabbau
Hinter der Fusion von green.ch und TIC steckt der Verkauf von green.ch an die Holding Solution25, der bereits TIC gehört. Solution25 gehört dem Management sowie einigen, nicht genannten Privatinvestoren, wie Franz Grüter sagt. Auffallend ist, dass Solution25 ihr Kapital per heutigem Datum von 7,5 auf gut 15 Millionen Franken erhöht hat.
 
CEO des neuen, grossen Schweizer KMU-Providers wird folgerichtig Franz Grüter. Der bisherige Chef und Besitzer von green.ch, Guido Honegger, steht der Firma nur noch als Berater zur Verfügung.
 
Stellen sollen gemäss green.ch-Sprecher Vladimir Barrosa nicht abgebaut werden. Hingegen werden einige Arbeitsplätze von Rotkreuz nach Brugg verlegt. Wie Grüter sagt, werden nun so schnell wie möglich Produkte, die beide Provider bisher angeboten haben, zusammengelegt.
 
Alternative zu Swisscom und den Multis
Dass Guido Honegger einen Käufer für seinen Provider gesucht hat, hörte man da und dort seit Monaten. Mit TIC und Franz Grüter wurde nun eine lokale, "unternehmerische" Lösung gefunden. "Wir wollen unsere Firmen nicht bei einem der grossen Player einbringen. Mit der Fusion sind wir nun der Alternativ-Anbieter in der Schweiz," so Grüter. Tatsächlich dürfte green.ch TIC auf der Rangliste der Provider in der Schweiz hinter den "grossen Drei" (Swisscom, Sunrise, Cablecom) auf Rang vier oder fünf vorstossen.
 
Zu hoffen bleibt, dass dem Fusionsprodukt genügend Mittel zur Verfügung stehen, um im erwarteten "blutigen Kampf im Telecom-Business" (Grüter) bestehen zu können. (Christoph Hugenschmidt)