Preisüberwacher bereits in der Kritik

Erst gestern Mittwoch wurde bekannt, dass der Microsoft-Manager Stefan Meierhans im Herbst Rudolf Strahms Nachfolge als Preisüberwacher antreten wird. Noch bevor sich Meierhans profilieren kann, wird er bereits mit Kritik überschüttet. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, zeigte sich erstaunt, dass gerade der "Chef-Lobbyist" eines der weltweit grössten Monopolisten Preisüberwacher wird. "Man darf gespannt sein, ob er fähig ist, sich für die Interessen der Konsumenten einzusetzen", so Stalder.
 
Auch die Open-Source-Organisation /ch/open ist besorgt: "Es wird befürchtet, dass er diese Rolle nicht unbefangen von seiner bisherigen Tätigkeit bei Microsoft Schweiz ausführen kann", heisst es in einer Mitteilung. /ch/open erinnert daran, dass Microsoft im Jahr 2000 auch in der Schweiz vom damaligen Preisüberwacher Werner Marti kritisiert wurde. Die Organisation stellt die Unbefangenheit "einer solchen Person" in Frage und befürchtet, dass das "vertrauensvolle Amt des Preisüberwachers damit an Glaubwürdigkeit einbüsst." Die Verflochtenheit mit der Wirtschaft – insbesondere mit einem mehrfach verurteilten Monopolisten – schwäche die Rolle des Preisüberwachers und sende ein falsches Signal an die Bevölkerung aus, so /ch/open.
 
/ch/open sowie andere Open-Source-Organisationen fordern eine Stellungnahme des Bundesrates zu diesen Befürchtungen und verlangen vom neuen Preisüberwacher "eine Erklärung, wie er sich von seinem aktuellen Arbeitgeber zu distanzieren gedenkt." (mim)