Norwegen hat ein Datenschutzproblem

Wieder einmal macht ein Datenskandal Schlagzeilen: Die Steuerbehörde von Norwegen hat Personennummern zur Identifizierung aller vier Millionen Steuerzahler inklusive ihrer Einkommen an die zehn führenden Medien des Landes verschickt. Es sei ein Versehen gewesen, versichert die Behörde. Die Daten wurden offenbar auf CDs gespeichert und per Post verschickt.
 
"Wir können uns das absolut nicht erklären", wird die Sprecherin des Steueramtes in verschiedenen Medien zitiert. Die aus dem Geburtsdatum und einer fünfziffrigen Zahl bestehende Personennummer wird in Norwegen von allen Behörden, Banken, Versicherungen, Krankenhäusern und auch Unternehmen zur Personenidentifizierung benutzt.
 
Was an der Geschichte erstaunt, ist, dass die Steuerbehörde jedes Jahr eine Liste mit Namen, Einkommen und Einkommensteuer norwegischer Steuerzahler an die Medien verschickt. Dass die Personennummer hinzugefügt wurde, war ein Irrtum. Doch aus Sicht des Datenschutzes ist der jährliche Versand einer solchen Liste an die Medien geradezu grotesk. (mim)