42-Millionen-Auftrag an Microsoft in der Schwebe

Erfolg für Open-Source-Community: Bundesverwaltungsgericht stoppt mittels superprovisorischer Verfügung die Auftragsvergabe des Bundes an Microsoft.
 
Die Anfang Mai bekannt gewordene ausschreibungslose Auftragsvergabe der Bundesverwaltung an Microsoft in der Höhe von 42 Millionen Franken gerät ins Wanken. Wie Agenturmeldungen zu entnehmen ist, hat das Bundesverwaltungsgericht den Auftrag mit einer superprovisorischen Verfügung gestoppt. 18 von Red Hat angeführte Open-Source-Firmen hatten vergangene Woche die Beschwerde gegen den Beschaffungsentscheid des Bundes eingereicht. Der Anwalt dieser Firmen bestätigte gegenüber inside-it.ch, die superprovisorische Verfügung erwirkt zu haben. Nun habe das für Beschaffungen zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) die Möglichkeit, sich dazu zu äussern.
 
Die Open-Source-Community wertet den Entscheid als Zwischenerfolg. Die Anbieter von quelloffener Software wehren sich gegen ausschreibungslose Auftragsvergaben, weil sie der Meinung sind, es gebe valable Alternativen zu Microsoft. Der Bund ist hingegen der Ansicht, dass bei diesem Auftrag ein Wettbewerb zwischen den Anbietern aufgrund der "Besonderheiten des Auftrages" kurz- und mittelfristig ausgeschlossen sei.
 
Der Bund könnte jetzt gezwungen sein, die seit Monaten laufende Migration von 35'000 PCs auf Windows Vista und Office 2007 zu unterbrechen. Wie Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes (ISB), gegenüber inside-it.ch sagt, ist man daran, die Situation genau zu analysieren. Ein wichtiger Grundsatz sei, dass man die Microsoft-Produkte, die bereits im Einsatz sind, weiterhin verwenden könne. In der Tat sind die Leistungen, die zum Funktionieren der Bundesinformatik nötig sind, von der superprovisorischen Verfügung nicht betroffen. Diese Leistungen dürfe das BBL weiterhin von Microsoft beziehen, heisst es beim Bundesverwaltungsgericht. (Maurizio Minetti)