Moderne Wegelagerer

BloggingToms Woche im Cyberspace LXXXIV
 
Erinnern sie sich an letzte Woche? Da sass ich mit meinem Blumenkisten-Modem noch im Freien und hoffte, dass der Internetanschluss bald wieder funktioniert. Und tatsächlich vermeldete der Provider meines Vertrauens bereits am letzten Freitag die Umschaltung. Es gibt ihn also doch, den freundlichen und prompten Service. Ganz im Gegensatz zum Service eines anderen grossen Players der Branche. Der stellte vor einigen Monaten erst mal auf stur, liess sich dann aber nach meiner Plakataktion doch zu einer Reaktion hinreissen. Zu einer Reaktion, mit der ich allerdings nicht gerechnet hatte. Zwar beharrte man darauf, dass ich nie gekündigt hätte, allerdings wollte man mir nach der Medienpräsenz entgegenkommen und die Sache aus der Welt schaffen. Und tätsächlich: Aus Kulanz verzichtet der nette Kabelnetzbetreiber auf die Hälfte der offenen Rechnung. Sprich: Bezahl die Hälfte für eine Leistung, die Du vor Monaten gekündigt hast und schon längst nicht mehr beziehen kannst. Da klingt das am Ende des Telefonats ausgesprochene "wir würden uns freuen, Sie später wieder als Kunden begrüssen zu dürfen" wie der blanke Hohn...
 
Die Mode, dem Kunden vorsichtshalber gleich mal an den Kopf zu werfen, dass er trotz gegenteiliger Behauptung nie gekündigt habe, scheint aber durchaus üblich zu sein. Auch die von ihrer Abschaffung bedrohte Schweizer Gebühreneinzugszentrale Billag macht davon nämlich regen Gebrauch. Davon zeugen nicht nur diverse Einträge im Internet oder auf Twitter, sondern auch meine Erfahrung von heute. Kündigen ist mit dem praktischen Formular auf der Webseite des Gebühreneintreibers schliesslich ganz einfach. Ausfüllen, absenden, fertig. Könnte man meinen. Nach dem Telefonat mit der etwas überforderten Dame des Billag-Callcenters stellt sich nämlich heraus, dass die Kündigung nie bei der Firma eingetroffen ist. Das könne schon mal passieren, lässt die Dame ausrichten, aber es sei nun leider mal so, dass nun auch der Monat Juli noch bezahlt werden müsse. Schliesslich hätte ich mit meinem Telefonat nun erst im Juli gekündigt. Aber liebe Billag: Nach dem Theater mit dem netten Kabelnetzbetreiber habe auch ich dazu gelernt. Der Ausdruck der Kündigungsbestätigung vom Web liegt hier neben mir. Womit ich den Briefverkehr mit der Billag mal etwas intensivieren werde...
 
Apropos Reklamationen: Auch das Essen im Flugzeug gibt öfters mal zu Reklamationen Anlass: the world's best passenger complaint letter. - Das Must-have für Statistikfreaks: Türklingel mit Besucherstatistik - Und eine Warnung vor der Sommerhitze. Zumindest für Polizisten mit Helmkameras. (BloggingTom)