Open-Source-Lobby kritisiert Schulinformatik-Ausschreibungen mit Windows-Vorgabe

Die 'Parlamentarische Gruppe Nachhaltigkeit' verlangt mehr Open Source in der Schulinformatik und warnt vor "noch stärkerer Wettbewerbsverzerrung".
 
Nachdem im Kanton Bern auf Kantonsebene ein Waffenstillstand beschlossen wurde, schiesst die 'Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit' nun auf Ausschreiben auf Gemeindeebene. Die Open-Source-Lobbyisten kritisieren in einer Mitteilung insbesondere Ausschreibungen in der Schulinformatik, die von vornherein nur Angebote basierend auf Microsoft Windows zulassen und verlangen Änderungen.
 
Nach mehreren Beispielen aus der Vergangenheit beschaffe nun auch das bernische Jegenstorf ihre Schulinformatik neu und verlange in der Ausschreibung zwingend Windows als Betriebssystem, schreibt die Gruppe. Kritisiert wird auch die für die Gemeinde beratend tätige Firma SYTEQ, die "jedes Mal zum Schluss gekommen" sei, dass Open-Source-Software keine Alternative zu Windows darstelle und deshalb freie Software von vornherein ausgeschlossen sei.
 
Der aktuelle Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht zeige, dass eine derartige Vorwegnahme des Vergabeentscheids juristisch umstritten ist, so die parlamentarische Gruppe weiter. Zudem habe die Berner Regierung bereits vor fast zwei Jahren entschieden, den Einsatz von Open-Source-Software in Berner Schulen zu fördern, als sie eine Motion von Marc Jost (EVP) gutgeheissen habe.
 
Die Parlamentarier fordern nun, dass der "Wettbewerb im IT-Markt mit solchen Produktvorgaben nicht noch stärker verzerrt wird" und verweisen darauf, dass Open-Source-Software an Schulen millionenfach im Einsatz stehe - zum Beispiel an brasilianischen und Genfer Schulen sowie der Oberstufe Wynigen. (bt)