Solothurner IT-Chef muss gehen

Festhalten an Open-Source-Strategie wurde ihm zum Verhängnis.
 
Der Chef des Amtes für Informatik und Organisation (AIO) des Kantons Solothurn, Kurt Bader, nimmt den Hut. Wie es in einer Mitteilung heisst, wird er auf Ende Juni seine Tätigkeit in der kantonalen Verwaltung beenden. Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen. Bader war elf Jahre lang Informatikchef des Kantons Solothurn.
 
Die Gründe für die Trennung liegen in der "unterschiedlichen Auffassung über die weitere Vorgehensweise bei der Umstellung auf Linux", wie die Kantonsverwaltung schreibt. Bader war in den vergangenen Monaten vermehrt in die Kritik geraten, weil die von ihm vor zehn Jahren angetriebene Einführung von Open-Source-Software nicht problemlos verlief. Aufgrund diverser Probleme gab es immer wieder Proteste und Verzögerungen.
 
Die Open-Source-Strategie wurde zuletzt im Jahr 2007 bestätigt und hat für eine weitere Periode von vier bis acht Jahren Gültigkeit. Bader habe sich engagiert und auch erfolgreich für die Umsetzung dieses Zieles eingesetzt, schreibt die Kantonsverwaltung.
 
Mit der flächendeckenden Desktop-Umstellung auf Linux sei die Umsetzung der Strategie in eine Phase getreten, in welcher sich die Frage stelle, "wie kompromisslos heute schon die Arbeitsplatzausrüstung auf Open-Source-Produkte erfolgen soll". Erste Ergebnisse der vom Regierungsrat beigezogenen Experten zur Überprüfung der Strategieumsetzung zeigen laut der Mitteilung, dass ein "differenziertes Vorgehen erforderlich ist und Microsoft-basierte Anwendungen zum heutigen Zeitpunkt nicht in jedem Fall im vom AIO vorgesehenen Umfang ausgeschlossen werden können." Diese Einschätzung teile Bader nicht, heisst es in der Mitteilung.
 
Bis zur Neubesetzung der Amtsleitung wird Thomas Burki, bisher Stellvertreter des Chefs AIO, das Amt interimistisch leiten. Die Stelle wird ausgeschrieben. (mim)