Leider Nein (die JaJaJa-Folge)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
"Leider Nein", sagte das Hirn des Schreibenden vor genau einem Monat, als es - von einem recht harten Schädel zwar etwas geschützt - durch einen Aufprall auf einen Stadtzürcher Velostreifen mit dem einen oder anderen G zuviel geschüttelt wurde, deshalb radikal ausstieg und die Speicherung der Geschehnisse für einige Minuten verweigerte.
 
"Leider Nein", sagten danach netterweise ganz viele äusserst kompetente und engagierte Pfleger, Krankenschwestern, Assistenz- und Oberärztinnen, Köche und ganz im Hintergrund wohl auch IT-Leute im Zürcher Unispital zur Perspektive, dass das oben erwähnte Hirn bleibende Schäden davontragen könnte, weshalb es solche hoffentlich tatsächlich nur unwesentlich und von aussen nicht erkennbar erlitten haben wird. Was der Schreibende wiederum mit einem begeisterten "Jajaja" kommentiert.
 
"Leider Nein" sagte uns auch der US-Technologie-Superstar Apple, der unsere Apple iPhone App nicht mag und deshalb die App nicht in den Apple App-Store aufnimmt. Apple mag die App nicht, weil ein netter Werbekunde doch tatsächlich in einem Wettbewerb ein Apple-Produkt verschenkt, was Apple als irgendeinen Bezug auf Apple interpretiert, den man in Apples iPhone App irgendwie nicht haben darf. Capisci? Nun wird es unsere App für Apples iPhones halt erst geben, wenn man bei uns kein Apple iPad mehr gewinnen kann. Ist doch total logisch, oder?
 
Nicht nur total logisch, sondern geradezu brilliant und unglaublich stringent finden wir folgenden Satz, der uns aus dem Editorial eines Schweizer "Magazins für Business-Entscheider" ansprang: "In der binären Welt des Kalten Krieges ist die DNA des kulturellen Impetus offensichtlich:" Dies - müssen wir neidlos zugeben - hätte unser armes Hirn auch vor dem Unfall nicht zustande gebracht. Nie!
 
Nur gut, dass wir keine "Business-Entscheider" sind und uns deshalb nicht mit den DNA kultureller Impeti beschäftigen müssen, sondern uns um wichtigere Sachen kümmern dürfen, etwa um die Darstellerinnen von 'Desperate Housewives' und ihre Ehemänner. So etwa um Eva Longoria, die sich an der "coolsten Party des Sommers" im "Gastronomietempel" im "historischen Stadtzentrum von Madrid" beteiligte und dabei zwar nicht über die "binäre Welt des Kalten Krieges" sprach, aber doch Wichtiges zu sagen hatte. Denn sie ist "von der neuen Kühl- und Gefrierkombination von LG begeistert und zwar «nicht nur wegen des grossen Fassungsvermögens sondern auch, weil Nahrungsmittel darin länger frisch bleiben und das Gerät zudem energiesparend ist.» Sie fährt fort: «Für meinen Mann und mich ist eine gesunde Ernährung das A und O. Dieses Gerät von LG hilft uns dabei, denn es sorgt dafür, dass die Vitamine und Nährstoffe der Lebensmittel länger erhalten bleiben.»
 
Während LG hilft, Frau Longoria und ihren Mann richtig zu ernähren, hilft die "Elektronische Fliegenklatsche", die uns die Firma "Gut & Praktisch Versand" verdankenswerterweise diese Woche per Fax angeboten hat, die Ernährung von bösen Insekten zu unterbinden. "Harmlose Stromstösse machen die Mückenjagd schnell und sauber." Wir sind froh, denn "jetzt haben Sie das nützliche Mittel gegen Plagegeister in der Hand." Der Sommer kann kommen und der Schreibende gehen. Auf dass die Rekonvaleszenz des armen Hirns mit der richtigen Diät von hartschaligen Meeresfrüchten aus dem französischen Atlantik gefördert werde. (Christoph Hugenschmidt)