Kanton Solothurn: Microsoft neben Open Source

Neue duale Strategie.
 
Heute ist für die Open-Source-Szene wohl ein schwarzer Tag. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Bern am Morgen entschieden hat, nicht auf die Beschwerde gegen eine ausschreibungslose Auftragsvergabe an Microsoft einzutreten, teilt nun der "Open-Source-Pionierkanton" Solothurn mit, dass künftig neben Open Source ausdrücklich weiterhin auch Microsoft zum Einsatz kommen soll.
 
Der Regierungsrat habe Kenntnis genommen vom Zwischenbericht der externen Experten über die Umsetzung der IT-Strategie in der Kantonalen Verwaltung, heisst es in der Mitteilung. Diese kommen zum Schluss, dass die auf offenen Systemen basierende IT-Strategie umsetzbar ist und aktuelle Entwicklungstrends aufnimmt. Das bisher vom Amt für Informatik und Organisation (AIO) stark auf alleinige Open-Source-Lösungen fokussierte Vorgehen schaffe jedoch Probleme. Das Amt fokussierte sich gemäss Mitteilung bisher zu stark auf reine Open-Source-Lösungen.
 
Windows als ergänzende Basis zum Betriebssystem Linux werde Teil der Informatik in der Kantonalen Verwaltung bleiben. Daraus resultiere eine duale Strategie mit Linux und Microsoft als Basis, heisst es in der Mitteilung. Nach den Empfehlungen der Experten soll das Finanzdepartment nun insbesondere prüfen, wo Microsoft-Office-Anwendungen eingesetzt werden müssen. Zudem sollen die Anwendungen der Bürokommunikation optimiert und insbesondere das WebMail ersetzt werden.
 
Wegen unterschiedlicher Auffassung der IT-Strategie musste vor wenigen Tagen der bisherige kantonale IT-Leiter Kurt Bader den Hut nehmen. Die verschiedenen Open-Source-Lösungen beim Kanton Solothurn waren immer wieder Anlass für Beschwerden seitens der User. (Maurizio Minetti)