Gegenseitige Vorwürfe im Streit um Terminierungsgebühren

Keine Einigung zwischen Swisscom und Orange bei der Asymmetrie der Gebühren.
 
Swisscom hat sich in einer Stellungnahme zur gestern bekannt gewordenen Klagedrohung seitens Orange geäussert. Orange will bei der Kommunikationskommission ComCom eine Klage einreichen, weil Swisscom offenbar nicht bereit ist, die mobilen Terminierungsgebühren zu senken. Swisscom schreibt nun aber, dass man schon 2009 die Initiative ergriffen habe, um die Mobilfunkterminierungsgebühren per Anfang 2010 weiter zu senken.
 
Nach der gescheiterten Fusion von Sunrise und Orange habe Swisscom erneut die Initiative ergriffen und man führe seit Monaten "intensive Verhandlungen mit Schweizer Festnetz- und Mobilfunkanbietern". Swisscom wirft Orange wiederum vor, nicht bereit gewesen zu sein, auf die von Swisscom geforderte Höhe der Senkung für 2010 einzutreten.
 
Es trifft gemäss Swisscom zu, dass sich die beiden Telekom-Anbieter nicht einig sind bei der Asymmetrie der Gebühren (aktuell liegen sie bei Orange und Sunrise bei 17 Rappen pro Minute; bei Swisscom bei 14 Rappen pro Minute, d.h. die Asymmetrie liegt aktuell bei 21%): In anderen Ländern in Europa wird die Asymmetrie sukzessive reduziert. Es gibt, schreibt Swisscom, einzelne Länder, wo die Gebühren schon heute symmetrisch sind. Swisscom forderte nach eigenen Angaben in den Verhandlungen von Orange eine Asymmetrie von unter 20 Prozent.
 
Der Ex-Monopolist betont, man habe seit Jahren die niedrigsten Terminierungsgebühren der Schweizer Mobilfunkanbieter und leiste daher Nettozahlungen an die Mitbewerber Sunrise und Orange in Höhe eines jährlich "zweistelligen Millionenbetrags".
 
Sunrise will verhandeln
Sunrise schreibt in einer Mitteilung, man sei der Ansicht, dass die Terminierungsgebühren im Mobilfunk im Interesse der Kunden gesenkt werden sollen. Am einfachsten könne eine Einigung auf dem Verhandlungsweg erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, seien konkrete Verhandlungen zwischen den Anbietern im Gang. "Es liegen uns sowohl von Swisscom als auch von Orange diesbezüglich Angebote vor. Beide Angebote liegen nah beieinander und können durchaus auf einen Nenner gebracht werden. Sunrise wird alles daran setzen, baldmöglichst eine Einigung zwischen den Parteien zu erzielen", heisst es in der Stellungnahme.
 
Die Argumentation von Orange könne Sunrise "in weiten Linien nachvollziehen". Die Terminierung verursache auch bei Sunrise höhere Kosten pro Kunde als bei Swisscom, weshalb bei der Festlegung der neuen Terminierungsgebühren diese bestehende Differenz (Asymmetrie) entsprechend berücksichtigt werden soll. (mim)