"Doodle verschickt keinen Spam. Punkt."

Sicherheitsbedenken wegen Doodle in der Bundesverwaltung. Aber kein Verbot.
 
Die 'SonntagsZeitung' schrieb vorgestern, dass die "Informatikdienste der Eidgenossenschaft" den Bundesangestellten empfehlen, Termine künftig nicht mehr mit dem Schweizer Internetdienst Doodle zu vereinbaren. Der Dienst für Informations- und Objektsicherheit (IOS) im Verteidigungsdepartement begründe eine entsprechende Weisung laut VBS-Sprecher Martin Bühler damit, dass die Arbeitsplätze vor unerwünschter Weitergabe der Adresse und dadurch vor Spam geschützt werden sollen. Der IT-Security-Experte des Bundes, Rolf Oppliger, wird mit den Worten zitiert: "Es besteht die Gefahr, dass Benutzer in der Preisgabe von Information zu offen sind und dadurch Probleme entstehen können."
 
VBS-Sprecher Bühler betont heute allerdings gegenüber inside-it.ch, dass es gar keine bindende Weisung gibt. Der IOS habe den VBS-Mitarbeitenden lediglich "empfohlen", statt Doodle die internen Tools zu verwenden. Claudio Frigerio vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), das immerhin für die Informatik der Departemente EJPD, EDI, EFD und UVEK zuständig ist, sagt zu inside-it.ch, dass es seitens des BIT weder eine Empfehlung noch eine Weisung gebe, Doodle nicht zu verwenden. Falsch eingesetzt könne Doodle hingegen durchaus zum Sicherheitsrisiko werden.
 
Doodle-Sprecher Tilman Eberle sagte der 'SonntagsZeitung', Doodle verfüge über strenge Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien. Für Unternehmen mit besonderen Sicherheitsansprüchen biete Doodle zudem eine Verschlüsselungsoption an. In einem Blogeintrag verweist das Unternehmen, das von ETH-Informatikern gegründet wurde, auf die eigenen Datenschutzrichtlinien und betont: "Ziel von Doodle ist es, das Mass an E-Mails für die Terminkoordination auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Die Daten, die dabei anfallen, werden streng vertraulich behandelt und nicht weitergegeben. Doodle verschickt keinen Spam. Punkt." (Maurizio Minetti)