Armee-IT: Maurer leitet Administrativuntersuchung ein

Laut Bundesrat Maurer ist das 700 Millionen teure Führungssystem FIS Heer vor vier Jahren ohne Einsatzkonzept beschafft worden.
 
Verteidigungsminister Ueli Maurer hat heute in Bern vor den Medien zu den Informatik-Problemen in der Schweizer Armee Stellung genommen. Thema war gemäss Medienberichten einmal mehr die teuerste Beschaffung, welche die Armee je getätigt hat: Die 700 Millionen teure Software FIS Heer.
 
Das mit den Rüstungsprogrammen 2006 und 2007 beschaffte "Führungsinformationssystem des Heeres" soll es dereinst erlauben, Schlachten vom Bildschirm aus zu lenken. Lieferanten der Software sind die Schweizer Niederlassung des französischen Rüstungskonzerns Thales als Generalunternehmerin, zusammen mit der spanischen Firma Amper Programas (Apec) sowie Ascom Schweiz als Unterlieferantin.
 
Das System sei beschafft worden, ohne dafür ein Einsatzkonzept zu haben, sagte Maurer gemäss 'sda'. Eine nun eingeleitete Administrativuntersuchung im VBS soll klären, wie das passieren konnte. Aus der Untersuchung sollen Lehren für die Zukunft gezogen werden können. Laut Maurer gab es bei der Beschaffung des FIS Herr "Ungereimtheiten". Die Untersuchung richte sich nicht gegen einzelne Personen, sondern solle den gesamten Beschaffungsprozess unter die Lupe nehmen. Eines der Probleme sei, so Maurer, dass bei Beschaffungen nicht eine einzige Person vom Anfang bis zum Schluss verantwortlich sei. (Maurizio Minetti)