Wegen Assange: Postfinance.ch unter Hackerbeschuss

Die Site ist nur sehr beschränkt erreichbar. Hackergruppe will sich für Deaktivierung des Assange-Kontos rächen.
 
Die gestrige Deaktivierung des Kontos des Wikileaks-Chefs Julian Assange hat für Postfinance schwere Folgen. Eine Gruppe von Hackern hat begonnen, die Internet-Seite Postfinance.ch mit automatisierten Anfragen zu überfluten, um sie lahmzulegen. Dies ist ihnen auch weitgehend gelungen. Der "Denial of Service"-Angriff begann, wie '20Minuten' berichtet, bereits gestern Abend um etwa 19.30 Uhr. Gegenwärtig (Dienstag, 11.45) ist Postfinance.ch weiterhin nur eingeschränkt erreichbar. Manchmal baut sich die Seite normal auf, manchmal sieht man nur eine leere, weisse Seite. Der finanzielle Schaden, der durch den Ausfall entsteht, ist noch nicht bezifferbar, dürfte aber gross sein.
 
Wie uns Postfinance-Sprecher Alex Josty erklärte, ist die IT-Abteilung der Postfinance weiterhin dabei, Gegenmassnahmen zu treffen. Man woll das Problem natürlich möglichst schnell lösen, eine Prognose darüber, wie lange es dauern könnte, wollte er aber nicht wagen.
 
Auf Twitter hat sich eine Hackergruppe unter dem Namen "Operation Payback" zur Tat bekannt und versucht weitere Sympathisanten zum Mitmachen aufzuwiegeln. Die Gruppe möchte sich bei Postfinance für die Abschaltung des Kontos von Assange rächen. Postfinance hatte gestern das Schweizer Konto von Julian Assange geschlossen mit der Begründung, dass dieser keinen Schweizer Wohnsitz nachweisen könne.
 
Die Wahl der Angriffsmethode entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da auch Wikileaks selber in den letzten Tagen durch einen DOS-Angriff zeitweise lahmgelegt wurde. (Hans Jörg Maron)