LTE: Swisscom wählt Ericsson statt Huawei

Swisscom setzt beim Ausbau des Mobilfunknetzes künftig ausschliesslich auf die Schweden von Ericsson. Huawei und Nokia Siemens ziehen den Kürzeren.
 
Im Verlauf des nächsten Jahres beginnt in der Schweiz die Verbreitung der neuen Mobilfunkgeneration LTE. Hierfür müssen die Provider ihre Antennen aufrüsten. Seit 2010 testete Swisscom entsprechendes Equipment der beiden Hersteller Ericsson und Huawei. Nun hat Swisscom Ericsson als strategischen Partner für den Netzausbau gewählt und der aufstrebende chinesische Telco-Ausrüster Huawei zieht den Kürzeren.
 
Fünf Offerten
Swisscom hatte Mitte 2011 die Erneuerung des gesamten Mobilfunknetzes ausgeschrieben. Offerten eingereicht haben Nokia Siemens, ZTE, Alcatel-Lucent, Huawei und Ericsson, wie Swisscom gegenüber inside-it.ch bestätigt. Am Schluss waren noch Huawei und Ericsson im Rennen. Da die Umrüstung mehr als nur den LTE-Ausbau umfasse, sei durch den LTE-Test mit Huawei und Ericsson kein versteckter Vorentscheid gefallen, so Swisscom auf Anfrage.
 
Ericsson wird nun ab Januar 2012 sämtliche 6000 Mobilfunkstandorte modernisieren und mit Multi-Standard-Basisstationen des Typs RBS 6000 für 2G, 3G und 4G ausstatten. Damit werden die Standorte auch für den UMTS-Nachfolger LTE vorbereitet. Die Antennenanlagen selbst bleiben davon unberührt - die strengen Strahlengrenzwerte werde man weiterhin einhalten, so Swisscom in einer Mitteilung.
 
Huawei und Nokia Siemens verlieren
Der über fünf Jahre laufende Vertrag ist für Ericsson sehr lukrativ. In Bezug auf das finanzielle Volumen des Auftrags lässt sich Swisscom nur die Aussage entlocken, dass man in den nächsten fünf Jahren "mehrere hundert Millionen Franken" in die Erneuerung des Mobilfunknetzes investieren werde. Ein Swisscom-Sprecher betonte, dass Ericsson schon bisher Hauptpartner im Mobilfunkbereich war und dass es ein Entscheid für Ericsson und nicht gegen Huawei gewesen sei.
 
Der Entscheid bedeutet auch, dass Swisscom künftig beim Ausbau des Mobilfunknetzes ausschliesslich auf die Schweden setzen wird. Die bisherigen Mobilfunk-Zulieferer von Swisscom waren Ericsson, Nokia Siemens und Huawei (letzterer allerdings nur im Rahmen des LTE-Tests). Der Ericsson-Deal ist somit vor allem ein schwerer Schlag für den bisherigen Partner Nokia Siemens, der nun nicht mehr zum Zug kommt. Der finnisch-deutsche Telekom-Ausrüster befindet sich aktuell in einer schweren Krise.
 
Im Festnetzbereich ändert sich hingegen nichts. Hier kooperiert Swisscom weiterhin mit Cisco, Juniper, Alcatel-Lucent und Huawei. (Maurizio Minetti)