Linux-PC in USB-Stick-Grösse

Hat die Welt auf "Cotton Candy" gewartet?
 
An übergrosser Bescheidenheit scheint Borgar Ljosland, CEO und Gründer des norwegischen Unternehmens FXI, nicht zu leiden: "Die Welt hat ungeduldig auf den Launch von 'Cotton Candy' gewartet."
 
Die Welt, die auch ein paar andere Sorgen hat, fragt sich wohl eher, was bitte Cotton Candy sein und was sie damit anfangen soll. Cotton Candy ist der Name eines winzigen Linux-PC in USB-Stick-Grösse, den FXI am Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt hat, und der ab März an die ersten Besteller ausgeliefert werden soll. Die Gerätchen, die Anfangs rund 200 Dollar kosten sollen, sind jeweils mit einem ARM-CPU von Samsung, einem zusätzlichen ARM-"Mali"-Grafikchip und 1 GB RAM ausgerüstet. Sie verfügen über WiFi und Bluetooth, einen HDMI-Ausgang sowie je einen USB- und MicroUSB-Anschluss. Als Betriebssysteme werden Ubuntu Linux sowie Android 2.3 oder 4.0 unterstützt. Die Steuerung kann über drahtlose Peripheriegeräte oder auch über die Fernbedienung eines Fernsehers erfolgen.
 
Der Grafikchip soll leistungsfähig genug sein, um auch HD-Filme abzuspielen und laut Ljosland kann der Mini-PC an "jeden beliebigen Bildschirm" angeschlossen werden. FXI stellt sich beispielsweise vor, dass Heimanwender FXI benützen, um bei Freunden oder in den Ferien überall Zugriff auf ihre gewohnten Internet-Streaming-Services zu haben. Gemäss Ljosland gebe es aber auch Interesse aus der Spieleindustrie sowie für medizinische Anwendungen, Anwendungen im Berich Digital Signage (digitale Plakate) oder in der Automobindustrie.
 
Um solche Anwendungen zu entwickeln versucht FXI eine "Entwickler-Community" rund um Cotton Candy aufzubauen, und hat dafür eine eigene Entwicklersite eröffnet. (Hans Jörg Maron)