FuturICT ist keine Kristallkugel

Diesen Mittwuch ging es an der ETH um das Forschungsgrossprojekt FuturICT. Wissenschaftler der ETH wollten an der Podiumsdiskussion Kritiker gegenüber ihrem Vorhaben besänftigen, wie 'ETH life' berichtet. Im Projekt FuturICT wollen die Forscher neue Technologien entwickeln, die den Umgang mit grossen Datenmengen (Big Data) der gesamten vernetzten Welt ermöglichen. Ziel sei, aus der Analyse solcher Daten neues Wissen zu gewinnen, das unter anderem helfen soll, zukünftige politische und wirtschaftliche Krisen zu vermeiden.
 
Ein Projekt für die Gesellschaft
Die Idee von FuturICT wurde oft als unrealisierbar kritisiert. Der wissenschaftliche Koordinator und Professor für Soziologie an der ETH Zürich Dirk Helbing möchte aber keine Kristallkugel kreieren. Er möchte vor allem Methoden und Werkzeuge erarbeiten, die bei der Lösung der zukünftiger Probleme helfen könnten.
 
Ursprünglich waren die Daten des Projekts vor allem für Entscheidungsträger weltweit gedacht - nun soll der Nutzen aber für die ganze Gesellschaft sein. "Wir möchten unsere Daten öffentlich zugänglich machen. Die Gesellschaft hat ein Recht, über ihre Daten Bescheid zu wissen und von den daraus gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren", wird Helbing zitiert.
 
Ein weiteres heikles Thema ist der Datenschutz bei einer so grossen Ansammlung von Daten. Eine Lösung dafür gibt es noch nicht. Die anwesenden Forscher sehen aber genau darin auch eine Chance, da die ganze Gesellschaft eine Lösung dafür brauche. Und mit FuturICT werde dieses Politikum weiter behandelt.
 
Fördergeld bis zu einer Milliarde
Das Projekt FuturICT von der ETH Zürich gehört zu den sechs Kandidaten, die für Fördergelder von bis zu einer Milliarden Euro von der EU zur Auswahl stehen. Ab 2013 sollen zwei dieser sogenannten 'FET Flagships' das Geld bekommen. (lvb)