ProAlpha erfindet sich neu

Die Entwickler der ERP-Software ProAlpha haben nach vielen Jahren die Oberfläche erneuert und mit der Version 6.1 diverse Neuerungen eingeführt. Es ist der umfangreichste Release der Firmengeschichte.
 
Vor über zwanzig Jahren, genau genommen 1992, entstand in Kaiserslautern die W. Ernst Informatik GmbH. Was jener Werner Ernst damals schuf, nennt sich heute ProAlpha. Die deutsche ERP-Software gibt es nun in einer völlig überarbeiteten Version. Der Firmengründer stellte sie heute im Beisein von ProAlpha-Vorstand Markus Klahn und Vertretern des Schweizer ProAlpha-Partners Codex in Zürich vor.
 
Die jetzige Oberfläche von ProAlpha ist gefühlte 15 Jahre alt. So gesehen war es sicher ein guter Entscheid, die Usability der ERP-Software zu verbessern. Die neue Oberfläche ist ruhiger, im Hintergrund abgedunkelt und wirkt modern. Wie Ernst (auf dem Foto) sagte, habe er vor zwei Jahren an der CeBit angefangen, mit Design-Spezialisten zu reden. Das neue Konzept habe man im letzten Juni einem Konzernleiter gezeigt – der war offenbar so begeistert, dass er die neue Version am liebsten gleich implementiert hätte, erzählt Ernst. Man katapultiere sich mit dieser neusten Version "auf den oberen Platz der zukunftsorientierten ERP-Lösungsanbieter", heisst es in einer Mitteilung.
 
Freude Für Apple-verwöhnte Benutzer
ProAlpha 6.1 mit rund 200 funktionalen Erweiterungen kommt Mitte März auf den Markt. Es handelt sich um den umfangreichsten Release der Unternehmensgeschichte, doch die Verantwortlichen zeigten sich heute eher bescheiden. Andere Hersteller wären bei einem solchen Meilenstein vielleicht pompöser aufgetreten.
 
Komplett neu ist der Integration Workbench: Eine Plattform, um Daten und Informationen mit anderen Systemen zu teilen. Vollständig überarbeitet wurde der Kern der Materialwirtschaft. Dateien wie Dokumente, Bilder oder Videos können neu per Drag & Drop eingefügt werden. Das Business Cockpit lässt sich neuerdings mobil und online darstellen. Neu unterstützt ProAlpha auch HTML5-basierte Web Apps. Insgesamt soll die neue Version für die Anwender verständlicher, flexibler und komfortabler sein.
 
"Mit der neuen Version hat ProAlpha eine gefällige Benutzerführung kreiert, die auch Apple-verwöhnten Benutzern gefallen sollte", sagt Frank Naujoks, Analyst beim Zürcher Beratungs- und Analystenhaus intelligent systems solutions (i2s), im Gespräch mit inside-it.ch. "Man hat der alten Fenstertechnologie, so praktikabel sie in manchen Fällen gewesen sein mag, ihr Alter durchaus angesehen", so Naujoks. Auch Ernst, der im Vorstand von ProAlpha für die Technologiestrategie zuständig ist, räumte ein, dass sich einige Kunden mit der Windows-Logik nicht mehr zurechtfanden. "Wir haben jetzt mehr Struktur hineingebracht. Die Anwender sollen sich freuen, wenn sie mit ProAlpha arbeiten", so Ernst. (Maurizio Minetti)