Microsoft unter Korruptionsverdacht

US-Justizbehörden untersuchen Bestechungsvorwürfe gegen Microsoft. Der US-Software-Riese nimmt die Vorwürfe ernst und verspricht Kooperation.
 
Noch ist es eine reine Voruntersuchung und es gibt keinerlei Anklage: Anwälte des US-Justizministeriums und der Börsenaufsicht SEC gehen der Frage nach, ob Microsoft-Angestellte oder -Partner in China, Italien und Rumänien Kunden bestochen haben. Seit 1977 verbietet ein US-Gesetz, der "Foreign Corrupt Practices Act" börsenkotierten US-Firmen auch ausländische Behördenmitglieder zu bestechen.
 
Wie die US-Zeitung 'The Wall Street Journal' nun herausgefunden hat, wurden die US-Behörden letztes Jahr von einem anonymen Informanten auf angebliche Bestechungen in China hingewiesen. Microsoft selbst hat solche Vorwürfe bereits 2010 intern untersucht. Diese Untersuchungen sollen ohne Ergebnisse eingestellt worden sein.
 
Beim Tippgeber soll es sich um einen ehemaligen Microsoft-Angestellten handeln, der in China neue Geschäfte an Land ziehen sollte. Er behauptet - immer gemäss dem 'Journal' - er sei angewiesen worden, chinesischen Beamten Kickbacks anzubieten, wenn sie Software-Verträge unterschrieben.
 
Weiter gibt es auch Bestechungsvorwüfe gegen Microsoft in Rumänien und Italien. In Rumänien sollen Reseller Angestellten des Kommunikationsministeriums Bestechungen angeboten haben. In Italien wiederum soll Microsoft unabhängige Berater dazu eingesetzt haben, Behördenmitgliedern üppige Geschenke und Reisen gegeben zu haben.
 
Microsoft: "Wir nehmen Vorwürfe ernst"
Bei Microsoft nimmt man die Vorwürfe ernst und verspricht, die Behörden bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. John Frank, Microsofts Chefjurist, schreibt in einem Blogeintrag, seine Firma nehme die Vorwürfe sehr ernst und man werde die US-Behörden bei ihren Untersuchungen unterstützen. Microsoft selbst gehe allen Vorwürfen, woher sie auch kommen, nach, schreibt Frank. Er betont aber auch, dass solche Voruntersuchungen nicht unüblich seien und sich die Vorwürfe nicht selten auch als haltlos herausstellten.
 
Auch die Quellen des 'Journal' betonten, dass es bis heute erst Voruntersuchungen gibt und die Behörden selbst bisher Microsoft oder Microsoft-Partnern keine konkreten Vorwürfe machen. (hc)