PostFinance setzt auf Mobile ID von Swisscom

SuisseID kommt nicht zum Einsatz, weil hier die Verschlüsselung der Daten nicht Hardware-basiert funktioniert.
 
Wie bereits im September angekündigt, können ab heute Kunden von PostFinance ihre Buchungen auch von unterwegs ausführen. Statt Tokens wie USB-Sticks oder Smartcard übernimmt eine spezifische SIM-Karte mit eigenem PIN das Login. Dazu setzt der Finanzdienstleister der Post auf die Mobile-ID-Lösung von Swisscom. Es kommt also nicht die SuisseID zum Zug, die unter anderem von der Post vertrieben wird.
 
Die SuisseID liegt zwar auch in einer mobilen Variante vor, wobei die Verschlüsselung der Daten hier aber "noch nicht" Hardware-basiert funktioniert, wie Marc Andrey, Pressesprecher von PostFinance, gegenüber inside-it.ch erklärt. Man arbeite derzeit aber nur mit Hardware-basierten Logins für das E-Banking – "das ist unser Grundsatz", so Andrey weiter. Deshalb käme die SuisseID bei PostFinance derzeit jedenfalls nicht zum Einsatz.
 
Konkret setzt die ab sofort verfügbare Swisscom Mobile ID ein Handyabo von Swisscom voraus. Aber "weitere Mobiltelefonprovider könnten zu einem späteren Zeitpunkt dazukommen", heisst es in der Meldung von heute. Wer diese Mobile ID nutzen will, bezahlt 18 Franken pro Jahr an PostFinance und muss zudem bei Swisscom eine entsprechende SIM-Karte bestellen. Die wird kostenlos innerhalb von fünf Tagen per Post zugestellt. Nach dem Auswechseln der SIM-Karte muss sie aktiviert werden, wozu man sich einmalig bei Swisscom registrieren muss. In der für die Identifikation und Authentisierung speziell nötigen SIM-Karte ist ein Verschlüsselungszertifikat integriert und eine PIN für die Mobile ID. Die Datenübertragung erfolgt damit dann jederzeit verschlüsselt.
 
Gedacht ist die Lösung für alle, die jederzeit und überall per Handy oder Tablet aber eben ohne die PostFinance-Card und ohne Lesegerät ihre Bankenaufträge abwickeln wollen. Das Login erfolge in drei Schritten: Nach der Eingabe der gewohnten Zugangsdaten (E-Finance-Nummer und Passwort) erhalten die Kunden auf ihrem Handy eine Login-Anfrage. Diese müssen sie bestätigen und ihre persönliche Identifikationsnummer (PIN) für die Mobile ID eingeben. Die neue Lösung funktioniere mit den meisten gängigen Endgeräten und mobilen Betriebssystemen (Apple iOS, Android, BlackBerry, Microsoft Windows Phone oder Symbian), heisst es in der Meldung weiter. (vri)