"Zwei-Browser-Strategie" beim Bund

Die Bundesverwaltung hat neuerdings eine "Zwei-Browser-Strategie". Damit reagiert sie jedoch nicht auf die jüngst bekannt gewordene Sicherheitslücke beim Internet Explorer von Microsoft. Der Auftrag für die Ausarbeitung der neuen Strategie mit zwei zugänglichen Browsern in der Bundesverwaltung wurde bereits im 2013 erteilt, wie die Sprecherin des Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) auf Anfrage erklärte. Sie bestätigte damit eine Meldung von 'Radio Zürisee'.

Welcher Browser neben dem Explorer den Bundesangestellten zur Verfügung gestellt wird, sei noch nicht festgelegt. Ebenso wenig der definitive Terminplan für die Umsetzung. "Eine Umstellung ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Wir rechnen mit einer Einführung von mindestens drei Monaten", schreibt die Sprecherin.
Somit stand der Bundesverwaltung kein alternativer Browser zur Verfügung, als Microsoft am vergangenen Sonntag bekanntgab, dass IE eine Sicherheitslücke aufweist. Über diese könnten Angreifer Benutzerrechte stehlen und missbrauchen, warnte Microsoft. Ein Sicherheitsupdate zum Schliessen der Lücke stand zunächst nicht zur Verfügung.

Gemäss Microsoft sind die Internet-Explorer-Versionen sechs bis elf betroffen. In der Bundesverwaltung sind grösstenteils die Versionen neun und zehn im Einsatz.

Gemäss ISB analysiert die Bundesverwaltung aber laufend die aktuellen Sicherheitslücken und Bedrohungen. "Dementsprechend ist das Sicherheitsdispositiv so aufgebaut, dass man rasch und effizient Gegenmassnahmen einleiten kann." Um welche es sich im aktuellen Fall handelt, war nicht zu erfahren. (sda/mim)